Diese Masterarbeit untersucht anhand einer systematischen Überprüfung, wie sich musiktherapeutische Interventionen auf inhaftierte Personen in Gefängnissen auswirken. Insgesamt wurden 46 Studien aus verschiedenen Ländern und institutionellen Kontexten einbezogen, die hauptsächlich qualitative Designs sowie einige gemischte Methoden und quantitative Ansätze verwendeten und eine Reihe von musikbasierten Formaten wie traditionelle Musiktherapie, Musikpädagogik, Chorprojekte, Rap/Songwriting und Gamelan-Ensembles abdeckten. Die Ergebnisse dieser Studien zeigen durchweg positive Auswirkungen auf die psychosoziale Funktionsfähigkeit, einschließlich Selbstwertgefühl, Emotionsregulation, soziale Kompetenzen und Identitätsentwicklung, sowie auf das empfundene Gemeinschaftsgefühl und in einigen Fällen Anzeichen für eine Verringerung der Rückfallquote. Musiktherapie im Gefängnis bietet insbesondere einen geschützten Raum für den Ausdruck von Emotionen, den Aufbau von Beziehungen und das Einüben neuer sozialer Rollen und Bewältigungsstrategien. Methodische Herausforderungen ergeben sich aus sicherheitsbezogenen Einschränkungen, kleinen Stichprobengrößen, dem Fehlen von Kontrollgruppen und der Vorherrschaft qualitativer Forschung, die alle die Verallgemeinerbarkeit und die Aussagekraft langfristiger Ergebnisse einschränken. Insgesamt hebt die Dissertation das Potenzial der Musiktherapie als sinnvolle Rehabilitationskomponente in Justizvollzugsanstalten hervor und identifiziert gleichzeitig erhebliche Forschungslücken, insbesondere in deutschsprachigen Ländern und in Bezug auf standardisierte, vergleichbare Evaluationsdesigns.
Alina Marianne Marschner (Thu,) studied this question.