Die weltweit zunehmende Produktion von Holzkohle, insbesondere in (sub-)tropischen Regionen mit einem hohen Risiko illegaler Entwaldung, erfordert umfangreiche Schutzmaßnahmen. Diese erfolgen in Europa im Rahmen der Europäischen Entwaldungsverordnung (EUDR/ (EU) 2023/1115), die ein Import- und Verkaufsverbot von Waren vorsieht, die auf entwaldeten Flächen (Stichtag: 31.12.2020) entstanden sind. Mit der EUDR werden Großunternehmen (ab dem 30.12.2026) und Mikro-/Kleinunternehmen (ab dem 30.07.2027) dazu verpflichtet, bei der Erstinverkehrbringung ihrer Waren auf den Europäischen Markt ein Sorgfaltspflichtverfahren (Due Diligence) durchzuführen und damit zu gewährleisten, dass Holzkohle und -Briketts entlang der gesamten Lieferkette aus einer legalen Erzeugung stammen und die Anforderungen der EUDR vollständig erfüllen (European Commission, 2025; European Parliament, 2025). Für die Umsetzung der EUDR werden u.a. Holzartenbestimmungen durchgeführt, mit denen die Deklaration der enthaltenen Hölzer in Grillkohlesortimenten überprüft und artenschutzrechtliche Bewertungen nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) vorgenommen werden können. Um diesen Prozess zu erleichtern, wurde am Thünen-Institut für Holzforschung unter Anwendung der 3D-Auflichtmikroskopie ein Atlas für die Holzartenbestimmung von Holzkohle und -briketts entwickelt. Dieser Atlas enthält eine Auswahl von Hölzern verschiedener Klimaregionen, da Europa einen Großteil seines wachsenden Bedarfs an Grillkohle aus außereuropäischen Ländern importiert (FAO, 2024). Die Referenzen von insgesamt 34 Holzarten sind in einem mikrophotographischen Atlas zusammengefasst, der die strukturellen Veränderungen des Holzgewebes infolge des Verkohlungsprozesses darstellt und die daraus resultierende, angepasste Präparations- und Mikroskopie-Technik dokumentiert. Darüber hinaus wurde die Merkmalliste für die Bestimmung von Laubhölzern (nach IAWA, 1989) übernommen und mit beispielhaften Aufnahmen verkohlter Strukturmerkmale unterlegt. Ergänzend werden wichtige Hinweise zur Verwendung quantitativer Daten von Strukturmerkmalen gegeben, da Holzkohle einen hohen Dimensionsverlust aufweist. Zudem werden alle Merkmale aufgeführt, deren Beobachtung an verkohltem Holz nur eingeschränkt oder gar nicht möglich ist. Insgesamt sollen diese umfangreichen Informationen dazu beitragen, fehlerhafte Identifizierungsprozesse bei der Holzartenbestimmung von Holzkohle zu vermeiden und die Erfolgsrate einer sicheren Zuordnung auf Gattungs- und/oder Artenebene zu erhöhen.
Zemke et al. (Thu,) studied this question.