Zusammenfassung Hintergrund und Zielsetzung Haarausfallerkrankungen beeinträchtigen die Lebensqualität weit über rein kosmetische Aspekte hinaus. Frühere Untersuchungen berichten meist von milder bis moderater Beeinträchtigung. Ziel dieser Studie war es, das Ausmaß der Lebensqualitätsbeeinträchtigung bei Patienten mit Haarausfall zu erfassen, dabei vernarbende und nicht vernarbende Formen zu vergleichen und mögliche Einflussfaktoren zu analysieren. Patienten und Methodik In einer explorativen Querschnittstudie wurden 510 Patienten (281 mit nicht vernarbender und 229 mit vernarbender Alopezie) in der dermatologischen Ambulanz der Charité – Universitätsmedizin Berlin eingeschlossen. Die Lebensqualität wurde anhand des DLQI und ausgewählter PROMIS‐Instrumente erfasst. Zur Auswertung kamen t‐Tests, dreifaktorielle Varianzanalysen mit anschließenden Post‐hoc ‐Tests sowie Korrelationsanalysen zur Anwendung. Ergebnisse Haarausfallerkrankungen können zur Beeinträchtigung der Lebensqualität führen, wobei das psychische Wohlbefinden am stärksten betroffen ist. Die DLQI‐Scores zeigten bei beiden Alopezie‐Typen moderate Einschränkungen. Die PROMIS‐Ergebnisse wiesen bei allen Patienten leichte Angstsymptome auf, bei der nicht vernarbenden Alopezie zusätzlich milde Depressivität. Betroffene mit nicht vernarbender Alopezie berichteten über stärkere psychische Belastung als jene mit vernarbender Alopezie. Patienten beider Gruppen sowie Frauen mit nicht vernarbender Alopezie zeigten teilweise ausgeprägtere Beeinträchtigungen. Schlussfolgerungen Die Ergebnisse dieser explorativen Studie deuten darauf hin, dass Haarausfall mit deutlicher psychischer Belastung einhergehen kann. In der Behandlung sollte daher erwogen werden, psychologische Unterstützung in das Behandlungskonzept mit einzubeziehen.
Franz et al. (Sun,) studied this question.