Markerlose Bewegungsanalysesysteme entwickeln sich zu kostengünstigen Alternativen zu den als Goldstandard geltenden Infrarotsystemen. Allerdings muss ihre Genauigkeit bei der Schätzung der Bewegungskinematik des Menschen erst noch nachgewiesen werden, bevor sie in der Sportwissenschaft breite Anwendung finden kann. In dieser Studie wurde die Genauigkeit von OpenCap, einem markerlosen Open-Source-Bewegungsanalysesystem, im Vergleich zu einem markierungsbasierten Referenzsystem bei den Kniebeugen mit Langhantel bewertet. Einundzwanzig Teilnehmer führten drei Kniebeugen mit einer Wiederholung bei 60 % und 70 % ihres Maximums durch. Die Übereinstimmung zwischen den Systemen wurde anhand des quadratischen Mittelwertfehlers (RMSE), des Spitzenfehlers sowie der Bland-Altman-Analyse für die Kinematik der unteren Extremitäten und des Beckens bewertet. Der Gesamt-RMSE über alle kinematischen Variablen betrug 5,58° ± 0,75° bei 60 % 1RM und 5,61° ± 0,90° bei 70 % 1RM, mit mittleren Spitzenfehlern von 10,44° ± 5,28° bzw. 10,43° ± 5,30°. Die Bland-Altman-Analyse ergab geringe mittlere Verzerrungen (~1,7–1,9°), jedoch große Übereinstimmungsgrenzen, die einen vordefinierten akzeptablen Schwellenwert von ±5° überschritten, was auf eine begrenzte Austauschbarkeit zwischen den Systemen hindeutet. Die größten Fehler wurden bei der Beckenbewegung sowie bei der Kinematik der Hüfte und des Sprunggelenks in der Sagittalebene beobachtet. Diese Ergebnisse deuten auf eine moderate Übereinstimmung zwischen OpenCap und dem markerbasierten System bei Kniebeugen unter Belastung hin. Obwohl die markerlose Bewegungserfassung ein großes Potenzial für die biomechanische Analyse aufweist, sind weitere Verbesserungen erforderlich, bevor sie die Goldstandard-Systeme in hochpräzisen sportwissenschaftlichen Anwendungen ersetzen kann.
Jonas Dandorfer (Thu,) studied this question.
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