Viele Studien berichten über einen umgekehrten Zusammenhang zwischen Bildung und der weiblichen Fertilität, insbesondere hinsichtlich der Gesamtfruchtbarkeitsrate und des Zeitpunkts der Geburt. Obwohl dieser Zusammenhang in den letzten Jahren in einigen Regionen schwächer geworden ist, bleibt er für das Verständnis sowohl vergangener als auch zukünftiger Fertilitätsmuster in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen besonders relevant. Anhaltende Datenbeschränkungen erschweren es jedoch, die historische Entwicklung des Zusammenhangs zwischen Bildung und Fertilität in diesen Kontexten zu dokumentieren. Insbesondere in Subsahara-Afrika gibt es nach wie vor nur wenige Forschungsarbeiten zum Thema Bildung und Rückgang der Fertilität, die sich zudem hauptsächlich auf Frauen konzentrieren. Die verfügbaren Erkenntnisse zeigen in der Regel, dass der negative Zusammenhang ab der Sekundarstufe am deutlichsten wird. Diese Dissertation vermittelt ein differenziertes Verständnis mehrerer wichtiger Forschungsbereiche. Erstens werden die bildungsspezifischen Fertilitätsraten in ausgewählten Ländern Afrikas und Lateinamerikas dargestellt. Zweitens wird die Rolle der Lese- und Schreibkompetenz für die Fertilitätsergebnisse von Frauen in Subsahara-Afrika untersucht. Drittens wird die Fertilität in Bezug auf Bildung unter Einbeziehung der männlichen Fertilität und der Partnerschaftsdynamiken untersucht, wodurch geschlechtsspezifische Asymmetrien in der Fertilitätsforschung innerhalb der Region thematisiert werden. Diese Dissertation, die im Format einer Thesis-by-Publication verfasst wurde, vereint vier Studien, in denen verschiedene Modellierungstechniken auf Fertilitätsdaten angewendet werden. Die Ergebnisse aller Arbeiten zeigen, dass Bildung durchweg mit einer geringeren Fertilität bei Frauen verbunden ist, obwohl die Stärke und der Zeitpunkt dieses Zusammenhangs je nach Kontext und im Zeitverlauf variieren. Rekonstruierte bildungs- und altersspezifische Fertilitätsraten deuten auf anhaltende Bildungsunterschiede in Subsahara-Afrika hin, während sich diese Unterschiede in anderen Regionen verringert haben. Darüber hinaus unterscheiden sich die Fertilitätsergebnisse je nach Lese- und Schreibfähigkeiten innerhalb der Bildungsstufen, wobei der Zusammenhang für die abgeschlossene Fertilität stärker ist als für den Zeitpunkt der ersten Geburten. Auch die veränderten Partnerschaftsdynamiken hängen mit der Bildung zusammen, da die Altersunterschiede zwischen Ehepartnern durch unterschiedliche Mechanismen in den einzelnen Ländern zurückgegangen sind. Schließlich scheint die männliche Fertilität enger mit dem Beziehungsstatus und der Geburtskohorte zusammenzuhängen als mit der Bildung allein. Insgesamt legen die Studien in dieser Arbeit nahe, dass der Zusammenhang zwischen Bildung und Fertilitätsergebnissen über mehrere Wege wirkt, darunter das Fertilitätsverhalten von Frauen, Alphabetisierung, Partnerschaftsdynamik und die männliche Fertilität. Diese Erkenntnisse sind wertvoll für Forscher und politische Entscheidungsträger, die sich für die Verbesserung der Bildung und die Entwicklung wirksamer politischer Maßnahmen einsetzen.
Afua Durowaa-Boateng (Wed,) studied this question.