Seit der wegweisenden Arbeit von Levitt (1998) ist das wissenschaftliche Interesse an social remittances stark gewachsen. Dennoch bestehen weiterhin zentrale Forschungslücken. Theoretisch ist das Konzept unterentwickelt, was eine präzise Analyse erschwert. Empirisch bleibt offen, inwieweit social remittances sozialen Wandel in Herkunftsländern bewirken, und ihre Transfermechanismen sind kaum erforscht. Die vorliegende Dissertation greift diese Lücken auf. Sie stärkt die theoretischen Grundlagen des Felds indem sie das neue Konzept der intangible remittances entwickelt. Diese werden in einer differenzierten Typologie systematisch nach Inhalt (ökonomisch, ökologisch, politisch oder soziokulturell) und Form (Wissen, normative Strukturen oder Praktiken) kategorisiert. Zudem wird ein neues theoretisches Modell vorgestellt, das Determinanten des Transfers von intangible remittances identifiziert. Dieser theoretische Rahmen wird in einer qualitativen Studie mit 53 hochqualifizierten Rückkehrerinnen aus dem Kosovo und Rumänien angewandt. Sie verdeutlicht das transformative Potenzial von Migration: Die meisten Teilnehmerinnen eigneten sich intangible remittances an und versuchten, diese weiterzugeben, sahen sich jedoch mit massiven Barrieren konfrontiert. Nichtsdestotrotz zeigten die Frauen ein hohes Maß an agency, das den Transfer langfristig sicherstellte. Die Dissertation kommt zu dem Schluss, dass die Rückkehrmigration hochqualifizierter Frauen eine wichtige, aber fragile Quelle gesellschaftlichen Wandels in Herkunftsgemeinschaften darstellt. Sie zeigt, dass der Transfer von intangible remittances ein nichtlinearer Prozess ist, der durch ein kontinuierliches Wechselspiel von Barrieren, agency und Anpassung geprägt ist. Durch die Weiterentwicklung der theoretischen Grundlagen des intangible remittance Konzepts und durch eine detaillierte empirische Analyse des Transferprozesses leistet diese Arbeit einen wesentlichen Beitrag zum besseren Verständnis dieses Phänomens.
Janine Isabelle Pinkow-Läpple (Thu,) studied this question.