Die weltweite Zunahme von Unfruchtbarkeit hat zu einer verstärkten Inanspruchnahme medizinisch unterstützter Fortpflanzungsmethoden sowie mobiler Gesundheits-Apps (mHealth) für das eigenständige Fruchtbarkeitsmonitoring geführt. Viele digitale Hilfsmittel berücksichtigen jedoch nur in unzureichendem Ausmaß die Komplexität der Fruchtbarkeitsbehandlungen, die oft unvorhersehbar, emotional belastend und nicht-geradlinig verlaufen.Diese Masterarbeit untersucht mithilfe nutzerzentrierter Designmethoden (UCD) die Anforderungen sowie die individuellen Erfahrungen von Frauen mit Verfahren der assistierten Reproduktion mit dem Ziel, die Entwicklung frauenspezifischer mHealth-Apps zu unterstützen, die konstruktiv, verantwortungsbewusst und frauenorientiert aufgebaut sind.Diese Arbeit wendet einen qualitativen Ansatz in drei Phasen an. Die ersten Zwei kombinieren eine Literaturrecherche inklusive Untersuchung bestehender digitaler Anwendungen, ,,Cultural Probes'' sowie semistrukturierte Interviews, um die erheblichen kognitiven Belastungen aufzudecken, die aktuellen Tracking-Apps mit sich bringen. Obwohl Fruchtbarkeits-Tracking zahlreiche Vorteile für reproduktive Gesundheit von Frauen bietet, wie etwa eine bessere Entscheidungsfindung und ein Gefühl der Selbstkontrolle, löst das Tracking häufig Angstzustände, zwanghafte Beschäftigung und Gefühle der Unzulänglichkeit aus, insbesondere wenn die Daten unverständlich, mehrdeutig oder erdrückend wahrgenommen werden. Darüber hinaus sind derzeit verfügbare Anwendungen im Bereich des Fruchtbarkeitsmanagements häufig dahingehend einseitig ausgerichtet, dass Rückschläge wie erfolglose Behandlungsversuche oder Fehlgeburten vernachlässigt werden und dadurch die psychische Belastung der Nutzerinnen zusätzlich verstärkt wird.Mit diesen empirischen Erkenntnissen formuliert diese Masterarbeit in der dritten Phase sechs nutzervalidierte Designprinzipien, mit denen mHealth-Apps im Bereich der Reproduktionsmedizin auf einem stärker unterstützenden und einfühlsameren Ansatz hin ausgerichtet werden, der authentisch die Realitäten von Fruchtbarkeitsbehandlungen wiedergibt, indem er die Unsicherheiten und emotionalen Belastungenden damit befassten Menschen berücksichtigt und thematisiert.
Caroline Altrichter (Sun,) studied this question.
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