Am Seewaldsee in Fontanella, Vorarlberg, steht ein altes Bauernhaus, das seit Generationen im Besitz meiner Familie ist. Meine Großmutter ist dort aufgewachsen, und auch für mich ist dieser Ort mit besonderen Erinnerungen verbunden. Sommerabende am See, das leise Knistern des Holzes im alten Haus. Eine tiefe Verbundenheit mit der Natur, ein Gefühl von Zugehörigkeit und Heimat. Es ist mehr als nur ein Stück Land. Es ist ein Ort, der mich geprägt hat. Ein Teil meiner Lebensgeschichte. Aus dieser persönlichen Beziehung und der besonderen Lage entsteht der Wunsch, genau dort ein Hospiz zu entwerfen. Ein Haus für zwölf Menschen am Ende ihres Lebens. Ein Ort, der sie begleitet. Still, würdevoll und in enger Beziehung zur Natur. Die Architektur soll Halt geben. Es geht darum, Räume zu schaffen, die den Abschied nicht erschweren, sondern sanft unterstützen. Die Nähe zum See und zum angrenzenden Wald bietet die Möglichkeit, die Natur nicht nur als Kulisse zu verstehen, sondern als aktiven Bestandteil des Konzepts. Der Wald wird zum stillen Begleiter, zu einem Raum der Ruhe, der beim Loslassen helfen kann, und damit zu einem wesentlichen Element eines Hospizes. Diese Arbeit ist ein vielschichtiger Zugang. Zum Ort, zur Landschaft und zur Frage nach dem Ende des Lebens. Sie entsteht im Spannungsfeld zwischen persönlicher Erinnerung, architektonischer Haltung und gesellschaftlicher Verantwortung. Sie fragt, wie Raum Trost spenden kann, ohne zu überfordern. Wie Architektur begleiten kann – bis zuletzt. Ziel ist es, ein sensibles, ortsbezogenes Konzept für ein Hospiz zu entwickeln. Verwurzelt in der Landschaft, getragen von regionalen Bautraditionen. Es soll ein Ort entstehen, der aus einer persönlichen Haltung heraus gedacht ist und doch über den unmittelbaren Kontext hinaus Bestand hat. Denn es geht nicht nur um ein Haus. Es geht um Würde. Um Atmosphäre. Um einen Ort, der bleibt, wenn das Leben leise wird
Chantal Maria Sahler (Sun,) studied this question.