Der anhaltende Fachkräftemangel und die veränderten Erwartungen von Bewerbenden stellen Unternehmen zunehmend vor Herausforderungen in ihrer wettbewerbsfähigen Positionierung. Eine klare Kommunikation attraktiver Arbeitgeberattribute und die Anpassung an spezifische Bewerberpräferenzen gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung. Diese Studie untersucht, wie die gezielte Darstellung von Informationen zu Gehalt und Zusatzleistungen in Stellenanzeigen die Entscheidungsfindung potenzieller Arbeitnehmer während der Bewerbungsphase beeinflusst. Grundlage bilden Erkenntnisse der Rekrutierungsforschung, der Signaling Theory sowie das Konzept der Job-Pursuit-Intention als Indikator für Bewerbungsverhalten. Für die empirische Untersuchung wurde eine experimentelle Studie mit einer quantitativen Online-Befragung und einer Choice-Based-Conjoint-Analyse kombiniert. Teilnehmende erhielten entweder eine detaillierte Stellenanzeige mit konkreten Angaben zu Vergütung und Zusatzleistungen oder eine generische Stellenausschreibungen mit vagen Formulierungen. Anschließend bewerteten sie ihre Bewerbungsabsicht auf einer fünfstufigen Likert-Skala. In der Conjoint-Analyse trafen sie wiederholt Entscheidungen zwischen hypothetischen Ausschreibungen, die sich hinsichtlich Grundgehalt, variabler Vergütung, Arbeitsort/Flexibilität, Urlaubstagen und Wochenarbeitszeit unterschieden. Die Auswertung erfolgte mithilfe einer hierarchischen Bayes-Schätzung in „Sawtooth“ sowie einem ergänzenden R-Skript. Die Ergebnisse zeigen überraschend, dass die generische Ausschreibung eine höhere Bewerbungsabsicht auslöste, obwohl die spezifische Ausschreibung als informativer wahrgenommen wurde. In der Attributbewertung erwiesen sich Arbeitsort und Flexibilität als wichtigste Kriterien, gefolgt von Grundgehalt, Urlaubstagen, variabler Vergütung und Wochenarbeitszeit. Frauen legten dabei tendenziell mehr Wert auf Flexibilität und Urlaubstage, Männer dagegen verstärkt auf Vergütung. Aufgrund der kleinen, demografisch eingeschränkten Stichprobe sind die Ergebnisse jedoch nur begrenzt generalisierbar. Insgesamt leistet die Studie einen Beitrag zur Forschung im Bereich Rekrutierung und Employer Branding und verdeutlicht, dass Arbeitgeber insbesondere Flexibilität und Arbeitsort sowie auch den Detaillierungsgrad ihrer Stellenanzeigen strategisch hervorheben sollten.
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Anna Fleur Pulles
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Anna Fleur Pulles (Thu,) studied this question.
synapsesocial.com/papers/6a2117dfd499ed480b170aeb — DOI: https://doi.org/10.25365/thesis.81099
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