Viele Unternehmen nutzen agile Methoden, um die Zusammenarbeit im Team sowie die Bereitstellung von Software zu verbessern. Oft bleibt jedoch unklar, welche Praktiken die Teamdynamik am effektivsten stärken und zum Projekterfolg beitragen. Diese Arbeit befasst sich mit dieser Lücke, indem sie jene agilen Praktiken identifiziert, die einer effektiven Teamdynamik am förderlichsten sind, und einen Empfehlungsrahmen entwickelt, der die Forschungsergebnisse in praktische Leitlinien für industrielle Softwareteams umsetzt. Die Studie orientiert sich an vier Forschungsfragen: (1) Welche Eigenschaften müssen agile Praktiken aufweisen, um mit den Grundprinzipien der Teamdynamik in Einklang zu stehen? (2) Sind Praktiken mit diesen Eigenschaften besonders geeignet, um die Teamdynamik in industriellen Softwareentwicklungsteams zu verbessern? (3) Tragen diese Praktiken auch zu besseren Projektergebnissen bei? (4) Welche Herausforderungen ergeben sich bei ihrer Anwendung und wie können diese bewältigt werden? Die zugrunde liegenden Hypothesen gehen davon aus, dass Praktiken, die eine offene Kommunikation, eine starke Feedback-Kultur und gegenseitiges Vertrauen fördern, in dieser Hinsicht besonders wirksam sind. Methodisch kombiniert die Arbeit eine quantitative Umfrage mit einer qualitativen Interviewstudie. Die Umfrage bewertet die Häufigkeit der Anwendung, die wahrgenommene Wirksamkeit und die Auswirkungen agiler Praktiken, während die Interviews tiefe Einblicke in kontextuelle Faktoren, Herausforderungen und Best Practices liefern. Die Ergebnisse heben Retrospektiven, Paarprogrammierung, Iterationsplanung und tägliche Besprechungen als besonders effektive Praktiken für die Verbesserung der Teamdynamik hervor, obwohl ihre Auswirkungen auf den Projekterfolg auf ausgewählte Projekterfolgskriterien beschränkt sind. Diese Ergebnisse fließen in einen dreistufigen Empfehlungsrahmen ein, der Herausforderungen, Lösungen und kontextbezogene Entscheidungslogik zusammenfasst um damit agilen Teams sowie Projektmanagern umsetzbare Leitlinien zur Stärkung der Zusammenarbeit in industriellen Softwareteams zu bieten.
Kerstin Limbeck (Mon,) studied this question.