Kleinere Plastikpartikel stehen zunehmend im Fokus der Forschung, da sie sich leichter in der Umwelt verbreiten und potenziell größere Gesundheitsrisiken darstellen als größere Partikel. Mikro- und Nanoplastik kann über Inhalation, Nahrungs- und Wasseraufnahme und dermale Aufnahme in den menschlichen Körper gelangen (Wu et al., 2022). Zudem wurde kürzlich 6PPD-Chinon, ein aus Autoreifen stammendes toxisches Abbauprodukt, in menschlichen Körperflüssigkeiten nachgewiesen, was die Untersuchung möglicher gesundheitlicher Auswirkungen erforderlich macht (Yi et al., 2025). In dieser Arbeit wurde untersucht, wie Nanopolystyrolpartikel unterschiedlicher Größe und Oberflächenchemie sowie 6PPD-Chinon die Zellviabilität von Zellen der neurovaskulären Einheit, insbesondere Endothelzellen und Mikroglia, beeinflussen. Darüber hinaus wurden die Effekte “realitätsnaher” Luftfilter-Extrakte auf neurovaskuläre und pulmonale Zellen analysiert. Hierzu wurden zerebrale mikrovaskuläre Edothelzellen (hCMEC/D3) und Lungenepithelzellen (A549) in einem Transwell-Modell eingesetzt, um Zellviabilität und Barriereintegrität nach Exposition gegenüber definierten Nanopartikeln und über 120 undefinierten Luftfilter-Extraktproben zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigten, dass hohe Konzentrationen von Nanoplastikpartikeln zu einer deutlichen Reduktion der Zellviabilität führten, wobei insbesondere 50-nm- Polystyrolpartikel mit carboxylierten oder aminierten Oberflächen die stärksten toxischen Effekte aufwiesen. Auch 6PPD-Chinon zeigte ausgeprägte zytotoxische Effekte, insbesondere in zerebralen mikrovaskulären Endothelzellen. Die Exposition gegenüber ausgewählten Luftfilter-Extraktproben führte zu einer erhöhten metabolischen Aktivität der zerebralen mikrovaskulären Endothelzellen, was auf eine stressbedingte Reaktion hindeuten könnte, während keine signifikanten Veränderungen der Lungenbarriereintegrität festgestellt wurden.
Sylvia Bekhit (Thu,) studied this question.