Tinnitus ist ein komplexes auditives Phänomen, das durch die Wahrnehmung eines Schalls ohne externe Schallquelle gekennzeichnet ist und zunehmend als Störung maladaptiver Interaktionen großskaliger neuronaler Netzwerke verstanden wird. Diese Dissertation untersucht die neuronalen Mechanismen des Tinnitus anhand von drei magnetoenzephalographiebasierten Studien. Die erste Studie analysiert die auditive Wahrnehmung bei gesunden Probanden und zeigt, dass unterschiedliche Klangkategorien spezifische funktionelle Hirnnetzwerke aktivieren, die über primäre auditive Areale hinausgehen. Die zweite Studie weist nach, dass Tinnitus mit frequenzspezifischen kortikalen Veränderungen verbunden ist, die auf die individuelle Tinnitusfrequenz abgestimmt sind. In der dritten Studie wird eine personalisierte Intervention aus frequenzspezifischem Musiktraining und nichtinvasiver Hirnstimulation angewendet, die eine Modulation tinnitusrelevanter Netzwerke mit Bezug zu Aufmerksamkeits und Emotionsverarbeitung zeigt. Insgesamt stützen die Ergebnisse ein netzwerkbasiertes Modell des Tinnitus und unterstreichen die Bedeutung individualisierter und gezielter neuromodulatorischer Ansätze für zukünftige präzisionsorientierte Therapien.
Vasiliki Salvari (Wed,) studied this question.