Diese Masterarbeit untersucht, auf welche Weise Mitglieder der Generation Z mit Migrationserfahrung den Begriff der Integration im Kontext der gegenwärtigen digitalen Gesellschaft verstehen und interpretieren sowie wie alltägliche Erfahrungen und digitale Umgebungen ihre Wahrnehmungen von Zugehörigkeit und sozialen Beziehungen beeinflussen. Ausgehend von theoretischen Ansätzen zu Integration, Zugehörigkeit, Othering-Prozessen und der digitalen Gesellschaft hinterfragt diese Arbeit kritisch die Annahme, dass Integration einen linearen und sequenziellen Prozess darstellt, der zwangsläufig zu einer Identifikation mit der Aufnahmegesellschaft führt. In epistemologischer Hinsicht verfolgt die Arbeit eine Verschiebung von dominanten strukturellen Ansätzen, die Integration durch formale Indikatoren und institutionelle Rahmenbedingungen betrachten, hin zu phänomenologischen und interpretativen Ansätzen, welche subjektive Bedeutungen, Alltagserfahrungen und individuelle Interpretationen sozialer Wirklichkeit hervorheben. Besonderes Augenmerk wird auf die Weise gelegt, in der digitale Umgebungen soziale Interaktionen und Prozesse der Bedeutungsproduktion unter Mitgliedern der Generation Z prägen, die häufig als die erste Generation der „digital natives“ beschrieben wird. Die Untersuchung basiert auf einem qualitativen Forschungsansatz und halbstrukturierten Interviews mit acht Personen mit Migrationserfahrung, die in Wien leben. Die Ergebnisse zeigen, dass die Befragten Integration nicht ausschließlich durch strukturelle Indikatoren verstehen, sondern auch durch subjektive Erfahrungen, die mit sozialer Anerkennung, emotionaler Sicherheit und alltäglicher Partizipation verbunden sind. Die Ergebnisse weisen außerdem darauf hin, dass digitale Technologien und soziale Netzwerke wie Instagram, TikTok und YouTube wichtige Räume darstellen, in denen die Befragten dominante Vorstellungen von Integration interpretieren und hinterfragen. Besonders zeigte sich, dass humorvolle, ironische und alltagsbezogene digitale Inhalte den Befragten ermöglichen, normative Muster von Integration kritisch zu reflektieren sowie ein differenzierteres Verständnis von Zugehörigkeitsgrenzen und gesellschaftlichen Prozessen zu entwickeln.
Aleksandar Drazic (Mon,) studied this question.