Zusammenfassung Software ohne Programmierkenntnisse selber zu erstellen, ist mit KI-Technologie möglich und jeden Bastelenthusiasmus wert! Der Beispiele gibt es mittlerweile viele, z. B. René Turcios. Er hat mehr als 200 Hackathons gewonnen, ohne eine einzige Zeile Code zu schreiben. Er entwickelt komplette Apps nur mithilfe von KI-Prompts. Siehe https://sfstandard.com/2025/07/05/rene-turcios-hackathon-labubu-vibe-coding-chatgpt /. Zuletzt geprüft am 14.01.2026. Oder man denke an das schwedische KI-Start-up Lovable, das eine KI-gestützte Entwicklungsplattform anbietet, mit der man Websites und Web-Apps natürlichsprachlich per Chat bauen kann. Der seit Anfang 2025 eingeführte Begriff und das damit verknüpfte Konzept des vibe coding demokratisiert nicht nur die Softwareentwicklung über einen niedrigschwelligen Zugang zur Automatisierung von Programmiercodes, sondern eröffnet für individuelle Lösungen und für Open-Source-Anwendungen mit offenen Schnittstellen völlig neue Möglichkeiten maßgeschneiderter Lösungen. Die KI-seitige Unterstützung und Umwandlung natürlichsprachlich formulierter Anforderungen in Kommando- und Programmzeilen, Prompting genannt, markiert einen weiteren Meilenstein auch der digitalen Souveränität. Insofern ist die zunehmende Befähigung der Bibliothekszunft, sich mit vibe oder casual coding vertraut zu machen, ein erstes Desideratum. Dies ersetzt natürlich keinesfalls den zweiten Wunsch, dass sich zunehmend Bibliothekar*innen systematisch mit den Herausforderungen des Softwareingenieurwesens vertraut machen. Auf Augenhöhe mit Programmierer*innen und Entwickler*innen die Kommunikation zur Digitalisierung von Dienstleistungen und Prozessen zu suchen, ist mit vibe coding ein weiterer Coup gelungen. Dem Ideal Habermas‘ hin zum zwanglosen Zwang des besseren Arguments – durch technische Expertise und Nachweis von Machbarkeit durch Kolleg*innen – ist Vorschub geleistet. Ebenfalls erfahren die Prototypisierung ( mock ups etc.) und kreative Problemlösungen einen Push. Zwei Beispiele verdeutlichen den qualitativen Sprung: einmal kann somit ein Large Language Model (LLM) bei Discovery-Tools helfen, das Retrieval zu kontextualisieren und in den Ergebnissen einfach besser zu machen. Und zum anderen kann vibe coding unterstützen beim Verbessern eines veralteten Skriptes für den Bibliothekswertrechner, ein etabliertes Tool mit dem Nutzende spielerisch den Wert ihrer Bibliotheksnutzung berechnen können. Darüber hinaus bedeutet vibe coding ebenfalls, dass nicht alles gelingt und Fehler gemacht werden. Und der Vorbehalt bleibt bestehen, dass für unter Sicherheitsaspekten gehärtete Systeme gerade mit komplexen Ansprüchen an das System und für den Massenbetrieb klassische Expertise nicht durch vibe coding substituiert werden kann.
Rohwedder et al. (Sat,) studied this question.