Am 22. Februar 1801 gelang Johann Wilhelm Ritter in Jena der experimentelle Nachweis einer unsichtbaren Strahlung jenseits des violetten Bereichs des sichtbaren Spektrums. Als Indikator nutzte er die photochemische Schwärzung von Hornsilber (Silberchlorid) und erbrachte damit erstmals einen indirekten experimentellen Nachweis der ultravioletten Strahlung. Anlässlich des 225‐jährigen Jubiläums dieser Entdeckung wurde das historische Experiment experimentell rekonstruiert und für den Einsatz in Schule und Hochschule methodisch weiterentwickelt. Eine zentrale Herausforderung bei der Reproduktion des Versuchs besteht in der Herstellung einer homogenen, lichtempfindlichen Silberchloridschicht. Zu diesem Zweck wurde ein zweistufiges Sprühverfahren entwickelt, das eine gleichmäßige und reproduzierbare Präparation von Silberchlorid auf Filterpapier ermöglicht. Bei der Belichtung im prismatisch erzeugten Spektrum zeigt das präparierte Papier eine deutliche Schwärzung im kurzwelligen Bereich mit einem Intensitätsmaximum jenseits des sichtbaren Violetts. Der Versuch erlaubt damit einen klar nachvollziehbaren indirekten Nachweis ultravioletter Strahlung über ihre photochemische Wirkung. Zugleich eröffnet die rekonstruierte Versuchsanordnung einen experimentellen Zugang zur Wechselwirkung elektromagnetischer Strahlung mit Materie und verdeutlicht den interdisziplinären Charakter von Ritters Entdeckung an den Schnittstellen von Physik, Chemie und Naturphilosophie.
Wagner et al. (Fri,) studied this question.