Bestehende Forschungsergebnisse unterstreichen posttraumatisches Wachstum (PTW) als einen wichtigen Faktor zur positiven Anpassung nach einem Trauma; jedoch sind die Faktoren, die ein solches Wachstum fördern, noch nicht ausreichend untersucht. Diese Studie untersuchte Humor-Dimensionen, sowohl Humorstile als auch Sinn für Humor, als potenzielle Prädiktoren für PTW, mit einer explorativen Analyse von Optimismus als moderierenden Faktor. Es wurde eine Querschnittsstudie mit n=142 Teilnehmern durchgeführt, die mittels Gelegenheitsstichprobe aus Österreich und Deutschland rekrutiert wurden. Lineare Regressionsanalysen ergaben, dass selbsterhöhender Humor der einzige Humorstil war, der PTG signifikant vorhersagte. Explorative Moderationsanalysen ergaben, dass Zustandsoptimismus, nicht jedoch dispositioneller Optimismus, sowohl die Beziehungen zwischen selbsterhöhendem Humor und PTW als auch zwischen adaptivem Humor und PTW signifikant moderierte. Eine Post-hoc-Analyse zeigte, dass selbstverstärkender Humor speziell zwei PTW-Domänen vorhersagte: neue Möglichkeiten und Lebenswertschätzung. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass selbstverstärkender Humor mit posttraumatischem Wachstum zusammenhängt, möglicherweise durch Mechanismen der Emotionsregulation und kognitiven Neubewertung, wobei die Auswirkungen verstärkt werden, wenn Individuen optimistische Erwartungen an die Zukunft haben. Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, sowohl Humorstile als auch Zustandsoptimismus bei Interventionen zur Traumaverarbeitung zu berücksichtigen, obwohl mittlere Effektgrößen und das Querschnittsdesign eine Replikation in Längsschnittstudien mit repräsentativeren Stichproben erfordern.
Edward Goncharov (Wed,) studied this question.