Dieser Artikel untersucht bisher unbekannte Kammervokalwerke von Ostap Bobykevych, einem Komponisten der ukrainischen Diaspora. Er beleuchtet das künstlerische Erbe dieser prominenten kulturellen und pädagogischen Persönlichkeit, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die ukrainische Musikkunst im Ausland repräsentierte. Die Studie zeigt, dass Bobykevychs schöpferisches Erbe weitgehend unerforscht bleibt. Besonderes Augenmerk gilt der langanhaltenden Bewahrung seiner Manuskripte in ausländischen Archiven und privaten Sammlungen, deren Rückführung in die Ukraine erst nach der Unabhängigkeit des Landes möglich wurde. Der Artikel analysiert Bobykevychs musikalische Interpretationen literarischer Texte mit spirituellen Themen, wobei besonders Gedichte von Markiian Shashkevych und Volodymyr Yaniv berücksichtigt werden, die aus dem privaten Musikarchiv von Yosyf Hoshuliak stammen. Eine musikologische Analyse dieser Kunstlieder hebt die ausdrucksvollen Techniken hervor, die sowohl in den Gesangspartien als auch in den instrumentalen Teilen verwendet werden. Das spirituelle Wesen der poetischen Quellen wird nachverfolgt, wobei die lebendige Bildsprache betont wird, durch die Shashkevych und Yaniv ihre Sorgen um das Schicksal der Ukraine in heiligen Anrufen an das Göttliche ausdrücken. Die Studie zeigt, dass die tiefpatriotischen Themen dieser Texte Bobykevych dazu inspirierten, Kammervokalwerke wie “Slava Bohu” (Ehre sei Gott), “Otche Nash” (Unser Vater) und “I Ostavy Nam Dolhy Nashi” (Und vergib uns unsere Schulden) zu schaffen. Der Artikel deckt die dramaturgischen und formalen Methoden auf, die der Komponist verwendet, und zeichnet sich durch Merkmale freier, kontinuierlicher thematischer Entwicklung aus. Die Beziehung zwischen Text und Solo-Stimme wird erforscht und zeigt einen deklamatorisch-rezitativischen Gesangstil, der in den Traditionen des Volksliedes verwurzelt ist und der epischen Form der Duma in Bobykevychs Kammervokal-Musik ähnelt. Die Klavierbegleitung wird als ergänzend und verstärkend zur spirituellen und patriotischen Atmosphäre der Werke beschrieben. Abschließend stellt der Artikel fest, dass diese vokal-instrumentalen Kompositionen markante Beispiele für Musik sind, die in folkloristischen und romantischen Stilelementen verwurzelt ist.
Uljana Molchko (Mon,) hat diese Frage untersucht.