Zusammenfassung Diese Studie untersucht langfristige sozioökonomische Transformationen im prähistorischen Kujawien, Polen, durch die Analyse stabiler Isotope von menschlichen, tierischen und pflanzlichen Überresten, kombiniert mit Radiokohlenstoffdatierung. Insgesamt wurden 84 menschliche Individuen, die vom mittleren Neolithikum bis zur mittleren Bronzezeit (ca. 4100–1230 v. Chr.) reichen, analysiert, um die antike Ernährung und Lebensstrategien sowie deren Implikationen zur Offenbarung möglicher sozialer Schichtung zu rekonstruieren. Isotopische Werte von Rindern geben Einblicke in sich ändernde Weidetrategien und Anpassungen an verschiedene Umgebungen, während Analysen von verkohlten Getreiden die pflanzenbasierten Ernährungsbeiträge und die Praktiken des Pflanzenbaus kontextualisieren, einschließlich variierender Düngungsniveaus. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche diätetische und wirtschaftliche Variabilität: Mittel- und späte neolithische Landwirtschaftsgruppen basierten hauptsächlich auf Getreide und Rindern, während frühe Schnurkeramikkulturen anscheinend marginale ökologische Nischen mit charakteristischen Weidestrategien besetzten. Ab der mittleren Bronzezeit zeigt der isotopische Nachweis die erste signifikante Einbeziehung von Hirse in die menschliche Ernährung, was die früheste weit verbreitete Nutzung einer C4-Pflanze in der Region darstellt. Die Variabilität der Stickstoffisotopenwerte deutet auf unterschiedlichen Zugang zu tierischem Protein und mögliche soziale Ungleichheiten hin, insbesondere während der frühen Bronzezeit. Gemeinsam heben diese Ergebnisse sowohl Kontinuität als auch Transformation in prähistorischen Volkswirtschaften über mehr als zwei Jahrtausende hervor und bieten eine verfeinerte archäologische Perspektive auf kulturelle Evolution in Mittel- und Osteuropa und demonstrieren das Potenzial der stabilen Isotopenanalyse und der Radiokohlenstoffdatierung, Aspekte vergangener Lebensweisen aufzudecken, die in materieller Kultur allein nicht sichtbar sind.
Pospieszny et al. (Wed,) haben diese Frage untersucht.
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