Zusammenfassung Der Begriff der Generativität ist mit Erik H. Erikson und seinem achtstufigen Lebenszyklusmodell aus den US-1950er Jahren verbunden. Der Entwicklungspsychologe weist die Reifungskrise „Generativität vs. Stagnation“ der Phase VII in seinem Modell zu. Was sollte kritisch bedacht sein, wenn man erwachsene Menschen dieser langjährigen Lebenszyklusphase zuordnet? Hermeneutisch phänomenologisch wird Eriksons Generativitätsbegriff diskutiert. Dabei sind für das europäische 21. Jahrhundert altersbiologische, psychosexuelle und sozio-kulturelle Entwicklungen zu berücksichtigen. Veränderte Lebensentwürfe durch diversere Familienstrukturen zählen ebenso dazu wie die Gendersensibilität. Familientherapeutische Ansätze aus den USA inspirieren mit einem multikontextuellen Familienlebenszyklusmodell. Ergebnisse aus der deutschen Jugendforschung zu den ersten Digital Natives, die sich selbst als Angehörige der „Gen Z“ bezeichnen, dienen einer Konkretisierung. Nach Eriksons Modell stehen die Älteren der Gen Z vor der generativen Phase VII. Der Blick auf sie misst vier philosophisch ausgearbeitete Updates an der Realität. Zuletzt tritt die ethische Gefahr fehlgeleiteter Generativität zutage. Sicher sind Eriksons Theorie, nach der wir durch acht normative Krisen reifen, Grenzen gesetzt; eine Diskussion alternativer entwicklungspsychologischer Ansätze ist im Rahmen dieser Forschungsarbeit jedoch nicht intendiert. Sie richtet sich zuerst an phänomenologisch interessierte Leser/-innen und lädt ein, gelebte Generativität im Kontext der je eigenen (zunehmend digitalisierten) Lebens- und Arbeitswelt zu entdecken.
Maria Anna Möst (Fri,) studied this question.