Diese Masterarbeit untersucht, wie Maverick/Iceman-Fanfictions auf Archive of Our Own (AO3) die Filme Top Gun (1986) und Top Gun: Maverick (2022) als Akte queeren Widerstands reinterpretieren. Ausgehend von den beiden Filmen wird mittels Close Reading analysiert, wie die Filme Vorstellungen von Männlichkeit, militärischer Identität und Beziehungen konstruieren und wie fanproduzierte Texte diese Konstruktionen aus queeren Perspektiven aufgreifen und neu deuten. Während die Filme das US-Militär als einen Raum darstellen, der von Heldentum, emotionaler Disziplin und heteronormativer Männlichkeit geprägt ist, erzeugen sie zugleich eine intensive homosoziale Bindung zwischen Maverick und Iceman, die häufig mit homoerotischem Subtext in Verbindung gebracht wird. Anhand von drei ausgewählten Maverick/Iceman-Fanfictions zeigt die Arbeit, wie diese Texte die homosoziale Bindung reinterpretieren. Während die Beziehung in den Filmen vor allem durch Rivalität und kompetitive Männlichkeit strukturiert ist, wird sie in den Fanfictions zu queerer Intimität, emotionaler Offenheit und Fürsorge umgeschrieben. Diese Neuinterpretationen bleiben im militarisierten Kontext der Filme verankert und machen queere Beziehungen innerhalb dieses Rahmens sichtbar, wodurch sich Vorstellungen von Männlichkeit und militärischem Dienst verschieben. Darüber hinaus untersucht die Arbeit, wie Tags diese fanfiktionalen Neuinterpretationen auf paratextueller Ebene signalisieren, indem sie die queere Umdeutung kanonischer Beziehungen, Abweichungen von den Filmverläufen sowie die Thematisierung von Homophobie und mentaler Gesundheit im militärischen Kontext kennzeichnen. Insgesamt zeigt die Analyse, wie Maverick/Iceman-Fanfictions und ihre Tags queeren Widerstand durch Reinterpretation innerhalb eines dominanten US-amerikanischen popkulturellen Textes artikulieren.
Hannah Mairhofer (Thu,) studied this question.
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