Den Lesern dieser Zeitschrift ist er kein Unbekannter, hat er doch auf deren Seiten in den vergangenen mehr als 30 Jahren immer wieder interessante Aufsätze veröffentlicht. Nun wird Karsten Geißler 60 Jahre alt und hat es mehr als verdient, dass er mit der Maiausgabe des Stahlbaus 95 besonders gewürdigt wird. Geboren in Lichtenstein/ Sachsen am Rande des Erzgebirges, studierte er von 1987 bis 1991 an der TU Dresden Konstruktiven Ingenieurbau. Noch als Student absolvierte er (gemeinsam mit dem Autor dieser Zeilen) die Zusatzausbildung zum Schweißfachingenieur. Seit dieser Zeit, also seit einem halben Menschenleben, kenne und schätze ich Karsten Geißler als Kollegen und Menschen. Nach dem Abschluss des Studiums arbeitete er, zum Teil parallel, in einem Dresdner Ingenieurbüro und als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Stahlbau der TU Dresden, wo er 1996 promoviert wurde. 1995 gründete er gemeinsam mit Prof. Wolfang Graße und Dr. Rüdiger Müller das Ingenieurbüro GMG in Dresden, das seit 2009 auch einen Sitz in Berlin hat. Im Jahr 2002 wurde er als Prüfingenieur zugelassen und 2003 in den Deutschen Ausschuss für Stahlbau berufen. Er ist seit 2004 Mitglied im NABau im DIN – Lenkungsgremium Fb 08 (Stahlbau, Verbundbau und Aluminiumbau) und darüber hinaus in verschiedenen Fach-Normungsausschüssen. 2005 erhielt Karsten Geißler den Ruf an den Lehrstuhl Entwerfen und Konstruieren – Stahlbau der TU Berlin. In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit der Restlebensdauer stählerner Brücken, die heute angesichts des Zustands unserer Brücken aktueller denn je ist. In den 1990er – Jahren fanden seine Untersuchungen fruchtbaren Niederschlag in der Richtlinie 805 der DB AG, zu der er den Teil für die Nachrechnung von stählernen Eisenbahnbrücken maßgeblich mit verfasste. Die praktische Umsetzung erfolgte dann sogleich durch das damals noch junge Ingenieurbüro GMG mit einer Nachrechnung der 1893 fertig gestellten Dresdner Elbbrücke Blaues Wunder und kurz darauf in einem großen Auftrag zur Nachrechnung und Planung der Grundinstandsetzung der 1913 in Betrieb genommenen Eisenbahnhochbrücke Rendsburg. Mit beiden Bauwerken ist unser Ingenieurbüro bis heute immer wieder befasst, was auch zeigt, dass der Erhalt und die Nutzung alter Bauwerke ständige Aufmerksamkeit erfordern. Weitere Schwerpunkte seiner Arbeit sind Untersuchungen zum Ermüdungsverhalten von Stahl- und Verbundbrücken und viele andere Themen, was eindrucksvoll in seinen zahlreichen Veröffentlichungen sichtbar wird. Die in dieser Ausgabe folgenden Beiträge aus Forschung und Praxis haben die Autoren Karsten Geißler gewidmet. So schreibt Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Kurz, Technische Universität Kaiserslautern, über die Weiterentwicklung des Eurocode 4. Prof. Dr.-Ing. Martin Mensinger, Technische Universität München, berichtet über Kehlnähte dichtgeschweißter Hohlkästen unter Innendruck. Dr.-Ing. Josef Kraus, GMG Berlin, der vor wenigen Jahren am o. g. Lehrstuhl promoviert wurde, verfasste den Beitrag über Kombinationsbeiwerte für Temperaturdifferenzen bei Straßenbrücken. Über die Ertüchtigung der Mühlenfließbrücke, die bis zu Fertigstellung eines Ersatzneubaus unter Verkehr gehalten werden muss – hier wirkt Karsten Geißler als Prüfingenieur mit – berichtet Lars Gläsmann, Autobahn GmbH des Bundes. Und schließlich schreibt Dr.-Ing. Ercan Taşan, Eisenbahn-Bundesamt, Ast. Berlin, über die Erneuerung der Fahrbahnübergänge über den Fugen in den oberen Gleistragwerken des Berliner Hauptbahnhofs. Damit wünschen wir alles Gute und weiterhin viele Erfolge in der Lehre, Forschung und der täglichen Arbeit wie auch im Privaten. Peter Gauthier
Peter Gauthier (Fri,) studied this question.