Prestige spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung akademischer Karrieren sowie beim Zugang zu Ressourcen und der Verbreitung wissenschaftlicher Ideen. In den Bereichen Strategisches Management und Organisationsforschung zählen das Academy of Management Journal (AMJ), das Strategic Management Journal (SMJ) und Organization Science (OS) zu den elitären Fachzeitschriften, die Forschungsstandards definieren. Bis jetzt ist noch unklar, ob diese Journals ihren Elite-Status nur hinsichtlich des wahrgenommenen Prestiges erlangt haben oder ob sie auch durch ihre Elite-Autor*innen bestehen. Diese Studie untersucht, inwieweit Elite-Autor*innen in renommierten Fachzeitschriften publizieren. Sie konzentriert sich dabei auf zwei sich ergänzende Indikatoren für die akademische Elite: (i) den individuellen wissenschaftlichen Einfluss, der hier anhand des h-Index gemessen wird, und (ii) das institutionelle Prestige, das anhand der Zugehörigkeit der Autor*innen zu Eliteuniversitäten über Rankings ermittelt wird. Bei den Rankings handelt es sich um das Times Higher Education (THE) und das QS World University Ranking (QS) 2024 im Bereich Wirtschaft und Management. Ein umfassender Datensatz auf Autor*innenebene mit 632 Wissenschaftler*innen, die 2020 im AMJ, SMJ oder OS veröffentlicht haben, sowie eine erweiterte Teilstichprobe von 107 Autor*innen für tiefergehende Analysen. Die Studie testet zwei Hypothesen: dass (H1) Elite-Zeitschriften überproportional viele Autor*innen aus Spitzenuniversitäten veröffentlichen und dass (H2) Autor*innen mit höherem individuellem wissenschaftlichem Einfluss eher in diesen Zeitschriften erscheinen. Die deskriptive Analyse und das Ranking-Matching-Verfahren deuten hierbei auf eine erhöhte Konzentration von Elite-Institutionen sowie auf eine ungleiche globale Vertretung hin. Mehr als ein Drittel der Autor*innen konnten mit Universitäten in Verbindung gesetzt werden, die in den THE- und QS-Rankings für Wirtschaft und Management unter den Top 100 rangieren, wobei AMJ den höchsten Anteil an Elite-Affiliationen aufweist. Die Vereinigten Staaten dominierten hierbei sowohl die Analyse der Publikationszugehörigkeiten (Universitäten, mit denen die Autor*innen im Jahr 2020 in einem der drei Journals publiziert haben) als auch die Analyse der Universitäten, bei denen die Autor*innen ihre Doktorgrade erworben haben. Zeitgleich waren die Vereinigten Staaten in der Stichprobe stark überrepräsentiert, was die anhaltende zentrale Bedeutung nordamerikanischer Institutionen weiter unterstreicht. Die H-Index-Verteilungen spiegeln ebenfalls eine starke Heterogenität wider. Während die meisten Autor*innen als Forscher*innen offenbar eher in der Mitte ihrer Karriere (11–20 Jahre Erfahrung seit der Promotion) mit moderater Zitierhäufigkeit gruppiert sind, weist jede Zeitschrift auch eine kleine Anzahl vielzitierter Wissenschaftler*innen auf, deren H-Index den Gesamtdurchschnitt nach oben verschiebt. Die erweiterte PhD-Teilstichprobe zeigt eine noch stärkere Konzentration der Elite, bei der die Mehrheit der Autor*innen ihren Doktortitel an Spitzenuniversitäten erworben hat. Zusammengenommen deuten diese deskriptiven Muster auf ein strukturell verzerrtes Feld hin, in dem die Elite-Institutionen weiterhin die Autor*innenschaft in elitären Fachzeitschriften prägen. Die Ergebnisse dieser Arbeit tragen zum Verständnis der Prestigedynamik im Bereich des strategischen Managements bei, indem sie verdeutlichen, wie der Status einer Zeitschrift, die institutionelle Zugehörigkeit von Autor*innen sowie deren individueller Status miteinander verbunden sind. Während die deskriptiven Ergebnisse auf eine starke Konzentration an Eliteeinrichtungen hindeuten, zeigen die Regressionsanalysen ein differenzierteres Muster. Weder das Prestige der Doktoratsinstitution der Autor*innen noch das Prestige der Institution, mit der die Autor*innen im Jahr 2020 in einem der drei Journals publiziert haben (gemessen durch die beiden Rankings THE und QS), können den H-Index der Autor*innen signifikant voraussagen. Dahingegen geht die Anzahl der Jahre seit dem Erwerb des Doktortitels als einziger robuster Prädiktor für den wissenschaftlichen Einfluss hervor. Darüber hinaus zeigt sich der einzige signifikante Effekt des institutionellen Rangs im erweiterten Modell. Überraschenderweise gehen diese Erkenntnisse in die entgegengesetzte Richtung, wobei niedriger eingestufte Institutionen teilweise mit höheren H-Index-Werten assoziiert sind. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass elitäre Fachjournale zwar meist Autor*innen von renommierten Universitäten anziehen, ein messbarer Forschungsimpact jedoch nicht strukturell an das Prestige der Institution gebunden ist. Dies unterstreicht, dass es teilweise eine Diskrepanz zwischen der Selektivität von Journals und dem wissenschaftlichen Einfluss geben könnte.
Jessica Beer (Wed,) studied this question.
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