Diese Masterarbeit vergleicht die Neue Weltwirtschaftsordnung (NWWO) und das Übereinkommen zur Regelung der Tätigkeiten von Staaten auf dem Mond und anderen Himmelskörpern (Mondvertrag) als postkoloniale Projekte internationaler Ordnungsbildung in den 1970er Jahren. Sie argumentiert, dass der Mondvertrag nicht lediglich als technische oder marginale Episode des Weltraumrechts verstanden werden sollte, sondern als Teil des umfassenderen Nord-Süd-Konflikts über Souveränität, Umverteilung und Kontrolle über Ressourcen. Unter Verwendung eines neo-gramscianischen theoretischen Rahmens untersucht diese Arbeit, was ein solcher Vergleich über die eingeschränkte Handlungsfähigkeit von Akteuren des Globalen Südens offenbart. Sie analysiert beide Fälle entlang dreier Dimensionen: ihrer Vorgeschichten (Pre-Histories), intellektuellen Grundlagen (Intellectual Histories) und der Koalitionen, die ihre Verhandlungen prägten. Sowohl im Fall der NWWO als auch des Mondvertrags übten Akteure des Globalen Südens bedeutsame Handlungsfähigkeit aus, indem sie alternative Prinzipien der Governance artikulierten, Koalitionen bildeten und versuchten, gerechtere Formen internationaler Ordnung zu institutionalisieren. Zugleich blieb diese Handlungsfähigkeit eingeschränkt durch den späten Eintritt in rule-making Prozesse, die hegemonialen institutionellen Strukturen, die diskursiven Beschränkungen bezüglich der Artikulation von Alternativen, die Koalitionsfragilität und den Widerstand dominanter hegemonialer Akteure. Die Masterarbeit kommt daher zu dem Schluss, dass der Mondvertrag zur selben umfassenderen postkolonialen Bestrebung gehörte wie die NWWO und dass der Weltraum deshalb als wichtiger Untersuchungsgegenstand für Entwicklungsforschung behandelt werden sollte.
Franz Paul Kroiß (Thu,) studied this question.
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