Diese Dissertation untersucht, wie sich Kontext systematisch in Entwicklung und Evaluation textzentrierter Informationszugangssysteme einbauen lässt. Sie fasst den Zugang in zwei Phasen – Entdeckung und Transformation – und argumentiert, dass beide durch internen und externen Kontext geprägt sind, den systemzentrierte Evaluation übersieht. Nutzerfaktoren wie Vorwissen und sich wandelnde Intentionen wirken mit Umgebungsfaktoren wie sozialem Einfluss und Objektstruktur zusammen. Werden sie ignoriert, verschleiert dies Nutzen, Kosten und Risiken realer Systeme. Die Arbeit umfasst sechs Publikationen in drei Schwerpunkten. Der erste, die interaktive Entdeckung, geht von isolierten Anfragen zu vollständigen Sitzungen über, in denen simulierte Nutzer umformulieren, navigieren, auswählen und abbrechen. Er führt Evaluationsmuster ein, die Nutzen und Aufwand unter verschiedenen Annahmen über Klick- und Abbruchverhalten gemeinsam erfassen, Zielkonflikte offenlegen und Metriken an realistische Nutzerverläufe angleichen. Der zweite, die Transformation, behandelt Textvereinfachung als kontextbewusste Abbildung, die Bedeutung bewahrt und zugleich Komplexität, Detailgrad und Lesebelastung für verschiedene Zielgruppen anpasst, ohne eine einheitliche Vorstellung von Einfachheit. Zwei Ansätze kontextsensitiver Evaluation werden vorgestellt. Der dritte verbindet beide Phasen: Testkollektionen sollten Objektstruktur besser abbilden und integrierte Pipelines stützen. Er plädiert für prinzipiengeleitete Wiederverwendung und Anreicherung von Ressourcen durch Dokumentstruktur, Querverweise und mehrere Supervisionssignale; ein suchbasiertes Generierungsexperiment zeigt deren Wirkung. Ein übergreifender Rahmen verknüpft Kontext mit Entwicklung und Evaluation. Insgesamt führt die Arbeit Nutzer- und Systemperspektive zusammen und verschiebt das Feld von isolierter Komponentenoptimierung hin zu durchgängigem Denken über Nützlichkeit, Aufwand und Vertrauen.
Björn Engelmann (Tue,) studied this question.