Traditionelle Vorstellungen von Urheberschaft und kreativer Handlungsfähigkeit im audiovisuellen Schaffensprozess erfahren durch die zunehmende Integration und Zugänglichkeit künstlicher Intelligenz (KI) einen tiefgreifenden Wandel. KI-Tools fördern die Kreativität, indem sie die Generierung neuer Ideen unterstützen, Arbeitsabläufe optimieren und ein bislang unerreichtes Maß an Präzision ermöglichen. Angesichts ihrer wachsenden Bedeutung in der Filmproduktion ist es unerlässlich, zu verstehen, inwieweit generative KI den kreativen Prozess verändert. Diese Studie untersucht, wie Fachleute der Filmindustrie mit KI-Systemen interagieren, welche Faktoren ihre Wahrnehmung von Urheberschaft prägen und welche Rolle die psychologische Eigenverantwortung im Umgang mit KI-generierten Ergebnissen spielt. Basierend auf Interviews mit 18 Filmemacher*innen und einer thematischen Analyse ihrer Erfahrungen zeigen die Ergebnisse, dass Filmschaffende vielschichtige, zugleich aber konsistente Bemühungen unternehmen, die technologische Zusammenarbeit mit einem fortbestehenden menschlichen Gefühl kreativer Handlungsfähigkeit in Einklang zu bringen. KI wird als eine Ergänzung verstanden, die kreative Rollen neu definiert und die Urheberschaft zwar stärker verteilt, jedoch weiterhin tief in menschlicher Intentionalität, Urteilsfähigkeit und emotionaler Ausdruckskraft verankert. Die durchgeführte Analyse trägt zu diesem Forschungsfeld bei, indem sie bestehende theoretische Ansätze fortführt und um praxisrelevante Erkenntnisse ergänzt. Sie steht im Einklang mit aktuellen wissenschaftlichen und rechtlichen Diskursen - insbesondere im Hinblick auf die sich wandelnden Urheberrechtsvorschriften der Europäischen Union (EU) - und eröffnet neue Perspektiven auf die Art und Weise, wie die Integration von KI in die audiovisuelle Produktion traditionelle Konzepte von Urheberschaft transformiert und die zukünftige Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI in der Kreativbranche prägt.
Yves Saint Clair Zogo (Wed,) studied this question.