Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomischen Anpassungsreaktionen auf die im August 2023 von China eingeführten Exportbeschränkungen für Gallium und Germanium. Ziel ist es zu analysieren, ob diese Maßnahme zu einer veränderten Importstruktur der Europäischen Union führt und ob sich darüber hinaus Auswirkungen auf die industrielle Produktion im europäischen Halbleitersektor beobachten lassen. Die Analyse kombiniert monatliche Handelsdaten mit Produktionsdaten auf Branchenebene. Zur Identifikation relativer Anpassungsmuster wird ein Difference-in-Differences-Ansatz mit Two-Way Fixed Effects sowie ergänzenden Event-Study-Spezifikationen verwendet. Aufgrund nicht vollständig paralleler Vortendenzen werden die Ergebnisse als deskriptive Evidenz interpretiert. Auf Produktebene zeigt sich nach Einführung der Exportlizenzpflicht ein deutlicher relativer Rückgang des chinesischen Importanteils bei Gallium und Germanium. Auf Branchenebene sind zugleich relative Produktionsrückgänge im europäischen Halbleitersektor gegenüber einer Kontrollindustrie zu beobachten. Zusätzliche Preisanalysen deuten darauf hin, dass die Anpassung primär über Mengenreaktionen und nicht über signifikante Preissteigerungen erfolgt. Die Ergebnisse dokumentieren damit eine systematische Reorganisation von Handelsstrukturen sowie eine begleitende relative Produktionsanpassung entlang der Wertschöpfungskette. Die Arbeit liefert einen empirischen Beitrag zur Analyse rohstoffpolitischer Eingriffe in hoch konzentrierten Vorleistungsmärkten.
Anna Weinforth (Thu,) studied this question.