Der Estrogenrezeptor Alpha (ERα) ist ein etablierter Biomarker für Brusttumoren, dessen Verlust mit einem schlechten Krebsverlauf assoziiert ist. Über 70 % der Brustkrebserkrankungen exprimieren ERα, und die gezielte Behandlung dieses Proteins hat dazu beigetragen, den Fortschritt von Brustkrebs aufzuhalten. Daher ist es paradox, dass nur ein kleiner Teil der Patientinnen mit Eierstock- und Gebärmutterkrebs, die ERα exprimieren, unempfindlich gegenüber antiestrogenen Therapien ist. Wir schlagen die Hypothese vor, dass die Assoziation von ERα mit verschiedenen Kofaktoren die Empfindlichkeit dieser Krebserkrankungen gegenüber Therapien bestimmt. Um diese Hypothese zu unterstützen, analysierten wir Daten von cBioportal-Patientenproben und zeigen, dass eine starke positive Korrelation zwischen ERα und seinen Kofaktoren GATA3 und FOXA1 bei Brustkrebs besteht, jedoch nicht bei Eierstock- und Gebärmutterkrebs. Weiterhin zeigen wir, dass die genomische Lokalisierung von ERα in den drei Krebsarten unterschiedlich ist, indem wir verfügbare ChIP-seq-Datensätze verwenden. Zusammengenommen deuten unsere Analysen darauf hin, dass sowohl Lokalisierung als auch die Art der Kofaktoren relevant für die ERα-abhängige Krebsprogression in verschiedenen Zellumgebungen sein könnten. In diesem Kommentar diskutieren wir weitere potenzielle Mechanismen für diese Unterschiede.
Grindeland et al. (Wed,) untersuchten diese Frage.