Viele psychiatrische Erkrankungen zeigen überlappende psychologische Mechanismen, die klinische Interventionen rechtfertigen. Aversive Reaktivität (Bewertungen unangenehmer emotionaler Zustände als schädlich) ist ein solcher vorgeschlagener Mechanismus, durch den Neurotizismus zu maladaptiver Emotionsregulation und psychischen Erkrankungen führt. Obwohl einige Konstrukte direkt mit aversiver Reaktivität verbunden sind (z. B. Belastungstoleranz), wurden Assoziationen mit anderen plausibel verwandten Konstrukten (z. B. achtsame Akzeptanz) nicht evaluiert, noch existiert ein Messinstrument dafür. Studierende füllten Selbstberichtsfragebögen zu Stimmungssymptomen, Emotionsregulation, Neurotizismus und Konstrukten im Zusammenhang mit aversiver Reaktivität aus. Eine bestätigende Faktorenanalyse wies auf zwei Faktoren hin, die aversive Reaktivität und emotionale Bewusstheit widerspiegeln. In hierarchischen Regressionsanalysen sagte die aversive Reaktivität mehr Varianz als Neurotizismus in Stimmungssymptomen und Emotionsregulation voraus. Insgesamt unterstützen die Ergebnisse, dass aversive Reaktivität wichtig für Verhaltens- und Symptomresultate ist. Aufgrund ihrer Rolle als transdiagnostischer Mechanismus sollte die aversive Reaktivität in zukünftiger Forschung priorisiert und als Behandlungsziel betrachtet werden.
Ian M. Raugh (Tue,) untersuchte diese Frage.