Diese Übersicht fasst die aktuellen Entwicklungen in der auf zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) basierenden Liquid Biopsie zur Detektion und Überwachung von minimaler Resterkrankung (MRD) bei frühzeitigem soliden Tumoren zusammen. Die Bewertung von MRD hat sich als vielversprechender Biomarker zur Vorhersage von Rezidiven und zur Steuerung der adjuvanten Therapie, insbesondere bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC), herausgestellt. Fortschritte in der ultra-sensitiven Next-Generation-Sequenzierung (NGS), digitaler PCR und methylierungsbasierten Tests haben die Detektion von molekularem Rückfall mit Variantenallelfrequenzen von bis zu 0,004% ermöglicht. Zahlreiche prospektive Studien haben gezeigt, dass eine ctDNA-Positivität nach kurativ-intentierter Behandlung stark mit einem frühen Rückfall assoziiert ist und mehrere Monate vor der radiografischen Rückkehr auftreten kann. Während der auf ctDNA basierende MRD-Test begonnen hat, die klinische Entscheidungsfindung in ausgewählten Kontexten – insbesondere in forschungsgetriebenen Zentren und prospektiven Studien – zu beeinflussen, bleibt seine breitere klinische Umsetzung durch Herausforderungen wie Teststandardisierung, prä-analytische Variabilität und Interpretation der MRD-Positivität eingeschränkt. Laufende Bemühungen zur Festlegung von Konsensgrenzen, Filterung der klonalen Hämatopoese und Validierung des prädiktiven Wertes in groß angelegten Studien sind entscheidend für die routinemäßige Anwendung. Diese Übersicht erörtert sowohl den aktuellen Stand als auch die zukünftige Richtung der MRD-geführten Onkologie und hebt aufkommende Strategien wie die longitudinale ctDNA-Überwachung, KI-basierte Interpretation und Multi-Omics-Integration hervor. Zusammen können diese Entwicklungen präzisere und adaptive Behandlungsstrategien im perioperativen Setting ermöglichen und letztlich den Übergang der MRD-Bewertung von investigativem Einsatz zu klinischen Standardpraktiken erleichtern.
Yoshiharu Sato (Di,) hat diese Frage untersucht.