Zielsetzung: Suizidalität bei Jugendlichen ist eine große öffentliche und psychische Gesundheitskrise. Jugendliche, die über Selbstmord nachdenken, erleben einen inneren Konflikt zwischen dem Wunsch zu sterben und dem Wunsch zu leben. Diese Studie hatte zum Ziel, die selbstberichteten Gründe für das Leben bei suizidgefährdeten Jugendlichen zu untersuchen, um ein nuanciertes Verständnis ihrer individuellen Perspektiven und Erfahrungen zu entwickeln. Methoden: Zwischen Januar und Dezember 2023 identifizierten jugendliche Patienten, die wegen Suizidalität hospitalisiert waren, drei Gründe für das Leben im Rahmen der Sicherheitsplanung im Kontext der standardmäßigen klinischen Versorgung. Die Gründe für das Leben wurden qualitativ analysiert, indem eine korpusbasierte SprachAnalyse verwendet wurde, um die am häufigsten vorkommenden Wörter im Datensatz zu bestimmen und wortbasierte Muster sowie kontextuelle Faktoren zu identifizieren, die anzeigen, was Jugendlichen wichtig ist. Ergebnisse: Die Teilnehmer waren 211 jugendliche Patienten; 97 % identifizierten drei Gründe für das Leben. Das Korpus umfasste 1.914 individuelle Wörter und 494 einzigartige Wortformen. Die Analyse der 10 häufigsten Wörter (d. h. "mein", "Familie", "Freunde", "wollen", "Zukunft", "Mama", "sein", "Leben", "Schwester" und "gehen") sowie der 10 häufigsten Substantive, Adjektive und Verben gab Einblicke in das Zugehörigkeits- und Sinngefühl der Jugendlichen und verstärkte die Bedeutung von Beziehungen, Hobbys, Ambitionen und Verantwortlichkeiten für Jugendliche. Einzelne Wörter, Häufigkeiten, Strukturen und indikative Beispiele werden bereitgestellt. Schlussfolgerungen: Gründe für das Leben liefern Einblicke, was für suizidgefährdete Jugendliche wichtig ist. Solche Gründe können daher als schützend angesehen werden, um die Suizidalität zu verringern. Darüber hinaus können Gründe für das Leben therapeutisch genutzt werden, um Rapport aufzubauen, Therapiezielsetzungen festzulegen und evidenzbasierte Behandlungen zu personalisieren.
Ugueto et al. (Thu,) haben diese Frage untersucht.