Der Artikel widmet sich der öffentlich-rechtlichen Analyse der Merkmale der Transformation der öffentlichen Autorität in den Staaten Lateinamerikas und Afrikas. Die Relevanz des Studiums des "südlichen" Verfassungsdenkens ergibt sich nicht nur aus seiner empirischen Vielfalt, sondern auch aus der Tatsache, dass es den universalisierten Ansatz des Verfassungsdesigns in Frage stellt. Ziel der Forschung ist es, die Merkmale der Transformation der öffentlichen Autorität in den Staaten Lateinamerikas und Afrikas durch die Linse des "südlichen" Verfassungsdenkens zu analysieren, nicht durch einen direkten Vergleich der Rechtssysteme dieser Regionen, sondern durch die Extraktion ihrer Hauptmerkmale, die Identifizierung und Formalisierung institutioneller Innovationen und kulturell-rechtlicher Bedeutungen, die die Konturen der Prozesse der Bildung und Entwicklung von Verfassungsdenken in diesen Staaten widerspiegeln. Zu den Aufgaben des Artikels gehört es, vor allem die gemeinsamen und unverwechselbaren Merkmale der Modelle öffentlicher Autorität auf beiden Kontinenten zu identifizieren, die Beziehung des südlichen Verfassungsdenkens zu breiteren Typologien zu bestimmen (insbesondere liberalem, sozialistischem, hybridem Verfassungsdenken) und die Transformationsmechanismen zu analysieren, die im Kontext des verfassungsrechtlichen Pluralismus verwendet werden. Zu den wissenschaftlichen Methoden gehören dialektische Analyse; Methodologie der postkolonialen Analyse; vergleichende Rechtsanalyse; historische Rechtsanalyse; und soziologische Analyse. Die Auseinandersetzung mit dem Phänomen des "südlichen" Verfassungsdenkens ermöglicht eine Erweiterung der Horizonte der vergleichenden Analyse und stellt die Universalität der normativen Modelle in der westlichen Wissenschaft in Frage. Dies erfordert ein Umdenken über die Sprache, die wir verwenden, um über Recht, Macht und Staatlichkeit zu sprechen. Tatsächlich zeigt sich in südlichen Kontexten die Spannung zwischen Form und Substanz der öffentlichen Autorität, zwischen erklärten Normen und tatsächlichen Praktiken, zwischen rechtlicher Universalität und spezifischen kulturellen Situationen in vollem Umfang. Das südliche Verfassungsdenken ist nicht als Abweichung eine Alternative, sondern als möglicher Weg, eine Realität, in der öffentliche Autorität lernt, legitim und rechtfertigbar in den Augen der unterschiedlichen Gemeinschaften zu sein, die ihren Körper bilden. Es ist ein Prozess, in dem anstelle von auferlegten Modellen Formen entstehen, die im kulturellen, historischen und sozialen Kontext verwurzelt sind. Es ist eine politisch-rechtliche Philosophie, bei der der Horizont der Macht nicht auf einem Zentrum, sondern auf einer Vielzahl von Sammelpunkten beruht. In dieser Vielheit, in dieser Spannung zwischen Stabilität und Veränderung, in dieser Suche nach einem Gleichgewicht zwischen Universalismus und Lokalität liegt der Hauptbeitrag des südlichen Verfassungsdenkens zur Erneuerung der zeitgenössischen Lehre des öffentlichen Rechts.
Poyarkov et al. (Fri,) untersuchten diese Frage.