Die wache videoassistierte thorakoskopische Chirurgie (A-VATS) hat zunehmende Aufmerksamkeit als Alternative zur klassischen intubierten VATS (I-VATS) erlangt, insbesondere bei Patienten mit Komorbiditäten, die das Risiko einer Operation unter Allgemeinanästhesie erhöht haben. Diese Studie hatte zum Ziel, die perioperativen und postoperativen Ergebnisse von Patienten zu vergleichen, die sich A-VATS vs. I-VATS wegen Pleurakrankheiten unterzogen. Dies ist eine retrospektive Kohortenstudie, die Patienten umfasst, die sich A-VATS (n = 22) und I-VATS (n = 37) wegen Pleurakrankheiten zwischen Juli 2015 und März 2023 in einem einzigen tertiären medizinischen Zentrum unterzogen. Patienten, die als ungeeignet oder hohes Risiko für I-VATS aufgrund des Anästhesierisikos oder Komorbiditäten betrachtet wurden, wurden der A-VATS-Gruppe zugeordnet. Demografische Merkmale, Komorbiditäten, Risikopunkte, Spirometrieergebnisse, chirurgische Ergebnisse, Anästhesiezufriedenheit, chirurgische und andere Komplikationen sowie Laborparameter wurden analysiert. A-VATS hatte signifikant niedrigere NRS-Werte zu allen postoperativen Zeitpunkten (1, 12, 48 h; p < 0.05). Es gab keinen Unterschied in den allgemeinen Komplikationsraten (p > 0.05). Hämatologische und biochemische Parameteränderungen waren zwischen den Gruppen ähnlich. A-VATS ist eine potenziell machbare Alternative für geeignete Patienten, die ein höheres Risiko mit I-VATS haben. A-VATS bietet günstige Ergebnisse in Bezug auf die postoperative Schmerzkontrolle und eine bessere Genesung, sodass es I-VATS ersetzen könnte. Allerdings erfordert sein Einsatz eine sorgfältige Patientenauswahl und perioperative Planung aufgrund des Auftretens schwerer Komplikationen in einigen Fällen. Prospektive randomisierte, patientengematchte größere und multiple Studiengruppen sind notwendig und Teil unseres zukünftigen Plans, um diese Ergebnisse zu bestätigen und die perioperativen und postoperativen Protokolle für A-VATS zu optimieren.
Sağlam et al. (Thu,) haben diese Frage untersucht.