Zusammenfassung Die soziale Kategorie „Jugend“ nimmt einen Zwischenraum mit verschwommenen Grenzen zwischen „Kindheit“ und „Erwachsenenalter“ ein. Dominante Formen der soziorechtlichen Untersuchung von Jugend liefern typischerweise erwachsenenorientierte, kriminalwissenschaftliche Darstellungen, die erwachsene Interessen und Perspektiven in den Mittelpunkt ihrer Analysen stellen und sich letztlich auf Maßnahmen konzentrieren, um problematische Jugendliche zu beruhigen und störende Delinquenten zu unterdrücken. Jugendzentrierte Darstellungen hingegen verorten junge Menschen als Akteure, die die widersprüchlichen Erwartungen von Erwachsenen und deren Institutionen aushandeln und dabei eigene soziorechtliche Ordnungen schaffen. Dieser Rezensionstext stützt sich auf sechs Schlüsselwerke über Jugend, die im vergangenen Jahrhundert veröffentlicht wurden – Kathryn Abrams’ Open Hand, Close Fist: Practices of Undocumented Organizing in a Hostile State, James Colemans The Adolescent Society: The Social Life of the Teenager and Its Impact on Education, Nikki Jones’ Beyond Good and Ghetto: African American Girls and Inner-City Violence, C. J. Pascoes Nice Is Not Enough: Inequality and the Limits of Kindness at American High, Forrest Stuarts The Ballad of the Bullet: Gangs, Drill Music, and the Power of Online Infamy, und Frederick Thrashers 1927er Werk The Gang: A Study of 1,313 Gangs in Chicago –, um zu untersuchen, wie junge Menschen ihre eigenen soziorechtlichen Ordnungen bilden. Diese Untersuchung schlägt eine neue Forschungsrichtung im Bereich des rechtlichen Pluralismus vor und identifiziert Mechanismen, durch die jugendzentrierte soziorechtliche Ordnungen über Mobilisierung, Kooperation, Nachahmung und Verflechtung Einfluss auf erwachsenenorientierte Ordnungen nehmen.
Morrill et al. (Fri,) untersuchten diese Frage.
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