Zusammenfassung Dieser Artikel argumentiert, dass Markus Matronymika verwendet, das heißt, jemanden anhand des Namens seiner Mutter zu identifizieren, um weibliche Gemeinschaften zu konstruieren, die sich der Botschaft Jesu widersetzen. Dies geschieht genau zweimal im Markusevangelium, in Mk 6,3 (Jesus ‚der Sohn der Maria‘) und in Mk 6,22 (‘die Tochter der Herodias’). Durch den Vergleich mit anderen griechischen Verwendungen des Matronymikums werde ich zeigen, dass beide Szenen auf die Verbindung zwischen Matronymika und weiblichen Autoritätslinien zurückgreifen, jedoch mit leicht unterschiedlichen Valenzen. Mk 6,3 verstärkt den weiblichen Kontext der Sprecher in Nazareth und den Widerstand der Heimatstadt, während Mk 6,22 stärker darauf bedacht ist, eine konkurrierende Autoritätslinie zur Jesu Person in Gestalt von Herodias und ihrer Tochter zu etablieren. Mein Argument ergänzt frühere Forschungen zur Charakterisierung der positiven Darstellungen mehrerer namentlich nicht genannter Frauen im Markusevangelium (z.B. die Frauen mit dem Blutfluss (Mk 5,25–34), die syrophönizische Frau (Mk 7,24–30), die arme Witwe (Mk 12,41–4) und die Frau, die Jesus in Bethanien salbt (Mk 14,3–9)). Die Verbindung der negativ benannten Frauen mit den positiv unbenannten Frauen offenbart ein einzigartiges feminines Muster der Markanischen Charakterisierung, mit eigenen Dynamiken und Nuancierungen.
Dawn LaValle Norman (Mittwoch) hat diese Frage untersucht.