Das Verständnis der Biodiversitätsreaktionen auf zeitliche Veränderungen in der Landschaftsstruktur ist entscheidend für die Vorhersage von Verschiebungen in der Artenzusammensetzung und der Funktionsweise von Ökosystemen sowie zur Verbesserung von Schutzstrategien in geschützten Gebieten. Diese Studie bewertet, wie die funktionale und phylogenetische Vielfalt von Mistkäfern auf Landschaftsveränderungen in zwei Zeiträumen, 1999-2000 und 2016-2017, im Biosphärenreservat Los Tuxtlas, Mexiko, reagiert hat. Mistkäfer wurden in zehn Fragmenten tropischer Wälder und fünf Weiden gesammelt. Der Waldboden erhöhte sich um 19,7 % und die Anzahl der Fragmente sank um 48 %, was auf eine partielle Rekombination der Landschaft hindeutet. Die funktionale Dispersion der Mistkäfergemeinschaften nahm in Weiden signifikant zu, während sie in Waldlebensräumen stabil blieb. Die phylogenetische Vielfalt, insbesondere der durchschnittliche Abstand zum nächsten Taxon, war in Weiden über beide Zeiträume hinweg konsistent höher als in Wäldern. Zeitliche Veränderungen der Landschaftsfaktoren wurden beobachtet: Die Vielfalt vergangener Waldgemeinschaften wurde am besten durch die Landschaftszusammensetzung erklärt, während die Vielfalt gegenwärtiger Waldgemeinschaften stärker von der räumlichen Konfiguration beeinflusst wurde. In beiden Zeiträumen wurde die phylogenetische Vielfalt vor allem durch die Landschaftshomogenität und die Waldfläche bestimmt. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Reaktionen der Biodiversität auf Landschaftsmerkmale über Dimensionen und Zeit variieren, was die Bedeutung langfristiger Studien unterstreicht. Die Erhaltung der Waldfläche und der Konnektivität ist entscheidend, um funktionale und phylogenetische Homogenisierung zu verhindern. Diese Ergebnisse bekräftigen die zentrale Rolle einheimischer Wälder bei der Erhaltung der tropischen Biodiversität.
Rivera‐Duarte et al. (Fri,) haben diese Frage untersucht.