Hintergrund Eine niedriggradige Viremie (LLV) während einer effektiven antiretroviralen Therapie (ART) stellt weltweit eine anhaltende Herausforderung in der Behandlung dar, mit berichteten Prävalenzraten von 10–46 % in ressourcenschwachen Ländern. Die klinische Bedeutung von LLV bleibt umstritten: während einige Studien zeigen, dass Viruslast (VL)-Werte über 200 Kopien/mL virologisches Versagen (VF) vorhersagen, berichten andere von keinem signifikanten Zusammenhang. Diese Unsicherheit unterstreicht die Notwendigkeit einer klareren Risikostratifizierung in verschiedenen klinischen Kontexten. Zielsetzung Untersuchung der Risikofaktoren für VF und persistierende niedriggradige Viremie (pLLV) bei HIV-1-infizierten Personen mit LLV. Design Eine retrospektive Kohortenstudie zwischen Januar 2019 und Dezember 2023, bestehend aus 1.214 Personen mit LLV (definiert als Plasma-HIV-1-RNA-Werte von 50–999 Kopien/mL, die zu zwei aufeinanderfolgenden Zeitpunkten nach zuvor unentdeckten Viruslasten nachgewiesen wurden) in einem großen Fachkrankenhaus in Chongqing, China. Methoden Klinische Daten, einschließlich Demografie, ART-Regimen, Adhärenz, Ausgangsviruslast (VL), CD4 + T-Zellzahlen und LLV-Eigenschaften, wurden aus den medizinischen Akten extrahiert. Univariate und multivariate logistische Regressionsmodelle wurden verwendet, um Faktoren zu identifizieren, die mit VF (definiert als eine oder mehrere HIV-VL von ≥1.000 Kopien/mL) und pLLV (definiert als mindestens drei aufeinanderfolgende Messungen der VL im Bereich von 50 bis 999 Kopien/mL) assoziiert sind, mit Anpassungen für potenzielle Störfaktoren. Ergebnisse Unter 1.214 Teilnehmern mit LLV entwickelten 2,64 % (32/1.214) ein VF, und 28,09 % (341/1.214) entwickelten eine pLLV. Schutzfaktoren gegen VF umfassten eine Ausgangs-VL von ≤1.000 Kopien/mL (angepasstes Odds-Ratio aOR = 0,100, 95%CI: 0,013–0,765) und eine VL von ≤200 Kopien/mL während der LLV (aOR = 0,157, 95%CI: 0,071–0,540). Virale Blips (transiente LLV) sagten unabhängig VF voraus (aOR = 4,6775, 95%CI: 1,392–15,704). Bei pLLV blieb die Ausgangs-VL von ≤1.000 Kopien/mL schützend (aOR = 0,569, 95% CI: 0,329–0,984), während Grundschulbildung oder weniger ein Risikofaktor war (aOR = 2,052, 95%CI: 1,014–4,194). Schlussfolgerung VL-Werte während LLV und Ausgangs-VL sagen das Risiko für VF voraus und unterstreichen die Notwendigkeit einer sorgfältigen VL-Überwachung und Unterstützung der Adhärenz.
Zhang et al. (Thu,) untersuchten diese Frage.
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