Die Fallstudie ist eine weit verbreitete, aber schlecht verstandene Forschungsmethode, die in verschiedenen Disziplinen unterschiedlich durchgeführt wird. Dieser Artikel untersucht philosophische, theoretische und methodologische Fragen in der Fallstudienforschung und skizziert, wie man eine solche durchführt. Er bietet erste Hinweise für politische Entscheidungsträger, wie sie Fallstudien zur Förderung von Lernen und Entscheidungsfindung auswählen und nutzen können. In der sozialwissenschaftlichen Forschung ist eine Fallstudie ein detaillierter, kontextualisierter Bericht über ein klar abgegrenztes, reales Phänomen, das prospektiv überwiegend mit qualitativen Methoden erstellt wird. Sozialwissenschaftliche Fallstudien können verschiedener Art sein (z. B. theoretisch oder naturalistisch, einzeln oder mehrfach, typisch oder extrem). Eine Fallstudie im Bereich der öffentlichen Gesundheit ist ein historischer Bericht über eine Gesundheitsgefahr und wie damit umgegangen wurde. Eine Fallstudie in der Implementationsforschung bewertet die Umsetzung einer Intervention (gewöhnlich retrospektiv) und kombiniert quantitative Bewertungen gegenüber vordefinierten Zielen mit einer Erzählung darüber, wie das Projekt verlaufen ist. Pädagogische Fallstudien präsentieren reale Themen als Geschichten, die durch Daten illustriert werden, und fordern die Studierenden auf, diese aus verschiedenen Blickwinkeln zu diskutieren. Auswirkungen von Fallstudien fassen die gesellschaftlichen Auswirkungen eines Forschungsprogramms zusammen. Viele Berichte, die als Fallstudien beschrieben werden, sind zu kurz und oberflächlich. Der Artikel schließt mit einem Aufruf zur Verbesserung der Qualität und Konsistenz (und damit der Nützlichkeit) von Fallstudien.
Trisha Greenhalgh (Mo,) hat diese Frage untersucht.