ZUSAMMENFASSUNG Der Tod von Jina Mahsa Amini am 16. September 2022 durch die Moralpolizei Irans löste monatelange Proteste aus, sowohl im Inland als auch international. Diese Bewegung etablierte „global Iran“, ein miteinander verbundenes Netzwerk von Menschen aus verschiedenen ethnischen, sprachlichen und kulturellen Hintergründen, die über identitätsbasierte und geografische Bruchlinien mobil machen. In diesem Papier untersuche ich, wie lateinamerikanische feministische Gruppen sich mit den Jina-Protesten vermischten und sich global Iran anschlossen. Aus einer dekolonialen und transnationalen feministischen theoretischen Perspektive argumentiere ich, dass diese Mischung Menschen in dem Bewusstsein einer kollektiven Bewegung verband, die intersektionale Unterschiede anerkennt. Mein Ansatz Süd-Süd konzentriert sich speziell auf Mexiko und Chile aufgrund ihrer Geschichte der iranischen Einwanderung und des Gender-Aktivismus. Ich analysiere die Proteste in diesen Ländern und zeige, wie sie Räume der Pluralität schufen. Darüber hinaus behaupte ich, dass spanische, persische und kurdische Lieder und Gesänge eine dekoloniale und transnationale feministische Praxis der Solidarität zwischen verschiedenen Gemeinschaften etablierten. Während die meisten wissenschaftlichen Diskurse zu den Protesten von 2022 die Auswirkungen der Bewegung auf den Iran oder auf die Diaspora analysiert haben, betrachte ich die transnationalen Implikationen. Dabei betone ich das gemeinschaftliche, anstatt das nationale oder individuelle Element der Bewegung. Durch transnationale Solidarität dürfen wir auf ein Leben in Freiheit hinarbeiten.
Elmira Louie (Fr,) hat diese Frage untersucht.