Ziel dieser Studie ist es, die Zulässigkeit der Vertretung eines Zeugen durch einen professionellen rechtlichen Vertreter in Strafverfahren sowie in steuer- und fiskalstrafrechtlichen Verfahren zu analysieren. In der praktischen Anwendung durch Verfahrensbehörden wirft dieses Thema aufgrund des Fehlens klarer rechtlicher Regelungen und der vorherrschenden juristischen Auffassung, die einer solchen Möglichkeit widerspricht, erhebliche Kontroversen auf. Die Autoren prüfen kritisch die etablierte Position, die besagt, dass ein Zeuge als nicht beteiligte Partei im Verfahren während der prozessualen Aktivitäten, insbesondere während der Befragung, nicht von einem juristischen Vertreter unterstützt werden kann. Der Bedarf, ein angemessenes Schutzniveau für die Rechte des Zeugen zu gewährleisten, wird betont, insbesondere in Situationen, in denen ihre Interessen mit denen der Verfahrensbeteiligten in Konflikt geraten können. Der Artikel untersucht auch eine mögliche gesetzgeberische Lücke und unterbreitet de lege ferenda Vorschläge zur Einführung der Zeugenvertretung in bestimmten prozessualen Umständen. Ziel des Papiers ist es, eine breitere Debatte über die Legitimität und den Umfang einer möglichen Änderung des bestehenden rechtlichen Rahmens zu initiieren.
Mariusz Charkiewicz (Fri,) hat diese Frage untersucht.