Dieser Artikel zielt darauf ab, die theoretischen Grundlagen für eine Phänomenologie des Unsichtbaren zu etablieren, die als ontologisch primäre Dimension der Realität konzipiert ist. Er stützt sich auf das Werk der realistischen Phänomenologin Hedwig Conrad-Martius (1888–1966) und situierte die Diskussion innerhalb des methodologischen Rahmens von Husserls Phänomenologie – wie sie von Mitgliedern des Münchener-Göttinger Kreises entwickelt wurde, zu dem Conrad-Martius eine der führenden Figuren gehörte und der die Methoden der Ideation und Epoché einsetzte. Diese Studie elaboriert drei ontologische Strukturen: Nichtigkeit, Ichhaftes Sein (Selfness) und Transzendenz, die hier als Ankerpunkte für die Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Unsichtbarkeit vorgeschlagen werden. Dadurch soll das phänomenologische Konzept der Gegebenheit von dem, was erscheint, auf das erweitert werden, was der Erscheinung widersteht. Angesichts der Tatsache, dass Conrad-Martius selbst diese Strukturen – wie sie in ihrem Denken entwickelt wurden – nicht ausdrücklich mit Unsichtbarkeit verknüpft und ihr Schreiben keine systematische konzeptionelle Entwicklung oder detaillierte Untersuchung ihrer breiteren Implikationen bietet, formuliert der Autor – inspiriert von Eugen Finks Begriff des „Mit-Philosophierens“ als Mittel zur Erreichung einer methodologischen und „theoretischen Haltung“ – eine thematische Erkundung der Unsichtbarkeit im Zusammenhang mit diesen Strukturen. Der Artikel schlägt somit einen ontologisch fundierten phänomenologischen Rahmen vor, um das Unsichtbare als eine integrale Dimension der Totalität der Realität zu verstehen: den uranfänglichen Grund, der allem Existierenden vorausgeht (Nichtigkeit), die strukturelle Bedingung der menschlichen Realität (Ichhaftes Sein) und das, was sowohl über die menschliche Endlichkeit als auch über die Existenz als solche hinausgeht (Transzendenz). Dabei will er zum zeitgenössischen phänomenologischen Diskurs beitragen, indem er das Unsichtbare als einen fundamentalen Modus des Seins artikuliert.
Ronny Miron (Sun,) erforschte diese Frage.
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