Ziel der Studie war es, Möglichkeiten zur Verbesserung der gesetzlichen Regelung zum Schutz der Informationsnetzwerke der kritischen Infrastruktur der Ukraine zu identifizieren, unter Berücksichtigung zeitgemäßer Herausforderungen in der Cybersicherheit und internationaler Standards. Die Forschung verwendete eine vergleichende Analyse der Gesetzgebung der Ukraine, der EU, der USA und des Vereinigten Königreichs zur Cybersicherheit in kritischen Infrastrukturen. Zusätzlich wird die Wirksamkeit der bestehenden rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen im Kontext moderner Bedrohungen, insbesondere bewaffneter Konflikte, bewertet. Die Analyse ergab die fragmentarische Natur der aktuellen Gesetzgebung, das Fehlen eines effektiven Koordinierungsmechanismus zwischen den staatlichen Behörden und unzureichende rechtliche Instrumente zur Regelung der Haftung für Cyberkriminalität, die sich gegen kritische Infrastruktur richtet. Es wurde festgestellt, dass der regulatorische Rahmen der Ukraine nur teilweise den internationalen Standards entspricht, was die Harmonisierung mit den Anforderungen der EU erschwert. Auch die unzureichende Integration des öffentlichen und privaten Sektors im Bereich der Cybersicherheit ist ein bedeutender Faktor, der die Effektivität des Schutzes strategischer digitaler Vermögenswerte einschränkt. Um die Effizienz der gesetzlichen Regelung zu erhöhen, ist eine umfassende Harmonisierung der ukrainischen Gesetzgebung mit den EU-Normen erforderlich, insbesondere mit der NIS 2-Richtlinie, die einheitliche Anforderungen zum Schutz kritischer Infrastruktur festlegt. Die Einführung einer obligatorischen Zertifizierung von Cybersicherheitsmaßnahmen und die Ausweitung der strafrechtlichen Haftung für Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur, einschließlich Sanktionen gegen juristische Personen, sind ratsam. Ein entscheidender Ansatz ist die gesetzgeberische Etablierung eines einheitlichen nationalen Systems zur Überwachung von Cyberbedrohungen und die Verbesserung der Mechanismen für öffentlich-private Partnerschaften. Die vorgeschlagenen Änderungen werden zur Stärkung der Cyber-Resilienz der kritischen Infrastruktur der Ukraine beitragen, ihre Übereinstimmung mit internationalen Standards gewährleisten und die Integration in das globale Cybersicherheitssystem erleichtern.
Holovko et al. (Fr,) haben diese Frage untersucht.