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Der kurze historische Überblick umfasst einen Bericht über klassische Crowd-Theorien und deren zeitgenössische Metamorphosen, um den thematischen Abschnitt der Zeitschrift zu kontextualisieren. Im Hinblick auf das sprichwörtliche „Zeitalter der Menge“ des späten neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts in Europa erwiesen sich eine Reihe von Konzeptualisierungsversuchen als kontrovers, aber produktiv. Hyppolite Taine, Scipio Sighele oder Gustave Le Bon näherten sich dem Phänomen dominierend aus psychologischer Perspektive, die die destruktiven Elemente der Massendynamik in den Vordergrund stellte. In der Zwischenkriegszeit ließ sich jedoch eine erste Welle der Differenzierung erkennen, insofern jüngere akademische Subdisziplinen, d.h. soziale Statistik, versuchen, die Menge als Struktur mit ihren komplexen und teilweise paradoxen Eigenschaften zu erfassen. In der jüngsten Forschung scheint die Diversifizierung des Konzepts jedoch noch komplizierter geworden zu sein: Indem der Fokus von der „Objektmenge“ zur „Subjektmenge“ verschoben wird, spiegeln Beschreibungen der Menge, des Netzwerks, des Schwarms oder der Versammlung das Bedürfnis wider, die Menge als autonome Agentur mit emanzipatorischen Potenzialen zu denken.
Katalin Teller (Mon.) hat diese Frage untersucht.