Key points are not available for this paper at this time.
In Australien fand der erste landesweite COVID-19-Lockdown im März 2020 statt, was Herausforderungen für die Frühinterventionsdienste bei Psychosen (EIP) mit sich brachte. Es gibt nur begrenzte Beweise für die Auswirkungen der Pandemie auf die Behandlungsergebnisse bei EIP-Patienten. Diese prospektive Kohortenstudie analysierte Routinedaten von 15 headspace Early Psychosis-Zentren in Australien. Die Teilnehmer waren zwischen 12 und 25 Jahren alt und erfüllten die Kriterien für eine Ersterkrankung an Psychose (FEP) oder ein ultra-hohes Risiko für Psychosen (UHR), wobei die Behandlung von 'vor COVID-19' (zwischen dem 16. August 2018 und dem 15. August 2019) und 'während COVID-19' (zwischen dem 1. März 2020 und dem 15. September 2020) verglichen wurde. Klinische Symptome zu Beginn der Behandlung wurden mit der Brief Psychiatric Rating Scale (BPRS) und der Kessler Psychological Distress Scale (K10) bewertet. Die Ergebnisse nach 6 Monaten wurden zwischen den Kohorten mit Hilfe der linearen gemischten Effekte Regression verglichen, wobei Störfaktoren kontrolliert wurden. Von 1246 analysierten jungen Menschen (653 FEP, 596 UHR) wurden signifikante Verbesserungen bei der Behandlung in beiden Gruppen beobachtet (5 bis 13 Punkte Reduktion im BPRS-Score pro 6 Monate Behandlung). Die Wirksamkeit der Behandlung nahm während COVID-19 bei psychotischen Symptomen ab, wobei der Behandlungseffekt der FEP-BPRS um 4,3 Punkte niedriger war (95%CI: 0,5, 8,1). UHR-Patienten zeigten während COVID-19 geringere BPRS-negative Symptome (p = 0,020). Die Kontakte zu den Diensten nahmen während COVID-19 zu, mit erhöhten Telemedizinangeboten (p < 0,001). Die Frühintervention blieb trotz der Pandemie und der Umstellung der EIP-Dienste auf virtuelle Dienstbereitstellung für FEP und UHR wirksam. Die verringerte Behandlungseffizienz bei FEP-Psychosesymptomen könnte auf potenzielle Einschränkungen der Telemedizin hinweisen. Weitere Forschungen sind erforderlich, um die langfristigen klinischen und funktionalen Ergebnisse aufgrund der Pandemie zu untersuchen.
Cotter et al. (Mittwoch) untersuchten diese Frage.