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ZUSAMMENFASSUNG Die Gasproduktion im Groningen-Feld im Norden der Niederlande begann 1963. Seit 1991 sind viele produktionsinduzierte Erdbeben aufgetreten – das größte erreichte 2012 eine Magnitude von M 3.5. Im Oktober 2023 schloss die niederländische Regierung das Feld – eine Entscheidung, die durch die potenzielle Bedrohung größerer Erdbeben, die bei fortgesetzter Gasförderung auftreten könnten, gerechtfertigt wurde. Dieses Ergebnis zeigt, wie die Schätzung der maximalen Magnitude induzierter Erdbeben erhebliche Auswirkungen auf die Risikowahrnehmung durch Regulierungsbehörden und die Öffentlichkeit haben kann. Daher kann die Schätzung der maximalen Magnitude für induzierte Erdbeben, die physikalisch nicht realisierbar sind, zu unbegründetem Konservatismus führen. Über fast drei Jahrzehnte wurde von mehreren Forschern erheblicher Aufwand betrieben, um die maximale Magnitude induzierter Erdbeben in Groningen zu schätzen. Diese Bemühungen kulminierten in internationalen Workshops, die sich 2016 und 2022 ausschließlich mit dieser Frage befassten. Ziel dieser Workshops war es, die Entscheidungsfindung eines Expertengremiums zu informieren, das mit der Formulierung eines Logikbaums für die maximale Magnitude von Groningen-Erdbeben beauftragt wurde. Wir argumentieren, dass die Bewertung der endgültigen Verteilung der maximalen Magnituden in Bezug auf die größten im Reservoir induzierten Ereignisse sowie, was am wichtigsten ist, die Wahrscheinlichkeit, noch größere tektonische Erdbeben außerhalb des gasproduzierenden Reservoirs auszulösen, übermäßig konservativ ist. Angesichts der schwerwiegenden und weitreichenden Folgen von Schätzungen zur maximalen Magnitude überdenken wir den Ansatz dieser Bewertungen, um Lehren zu ziehen, die für zukünftige energiebezogene Projekte im Zusammenhang mit induzierter Seismizität von entscheidender Bedeutung sein könnten.
Bommer et al. (Wed,) untersuchten diese Frage.