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Super-Rekognisierer (SRs) sind Menschen, die eine natürlich auftretende Überlegenheit bei der Verarbeitung von Gesichtsinformationen zeigen. Trotz der zunehmenden Forschung zu SRs sind die Mechanismen, die ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten zugrunde liegen, unklar. Hier untersuchten wir, ob die verbesserte Verarbeitung der Gesichtsinformationen bei SRs auf das Fehlen von sequentiellen Effekten, wie etwa serielle Abhängigkeit, zurückzuführen ist. Bei der seriellen Abhängigkeit werden Wahrnehmungsmerkmale von Stimuli in Richtung von in früheren Versuchen präsentierten Stimuli assimiliert. Dieser konstante Fehler in der visuellen Wahrnehmung wurde als Mechanismus vorgeschlagen, der die perzeptuelle Stabilität im Alltag fördert. Wir hypothesisierten, dass das Fehlen dieser konstanten Fehlerquelle bei SRs für ihre überlegene Verarbeitung verantwortlich sein könnte—möglicherweise in einer domänenübergreifenden Weise. Wir testeten SRs (n = 17), die über ein kürzlich vorgeschlagenes diagnostisches Framework (Ramon, 2021) identifiziert wurden, und altersgematchte Kontrollen (n = 20) mit zwei Experimenten, die die serielle Abhängigkeit im Bereich von Gesichtern und Formen untersuchten. In jedem Experiment wurden den Beobachtern zufällig morphierte Gesichtsinformationen oder Formen präsentiert, und sie wurden gebeten, die Identität eines Gesichts oder eine Form so anzupassen, dass sie mit dem Stimulus übereinstimmte, den sie gesehen hatten. Wir fanden serielle Abhängigkeit sowohl bei Kontrollen als auch bei SRs, ohne dass es einen Unterschied in der Magnitude zwischen den Gruppen gab. Interessanterweise stellte sich heraus, dass die serielle Abhängigkeit die Leistung der SRs stärker beeinflusste als die der Kontrollen. Zusammengefasst zeigen unsere Ergebnisse, dass die verbesserten Fähigkeiten in der Verarbeitung von Gesichtsinformationen bei SRs nicht auf das Fehlen von serieller Abhängigkeit zurückgeführt werden können. Vielmehr könnte die serielle Abhängigkeit, ein vorteilhaftes, geschachteltes Fehlerverhalten in unserem visuellen System, tatsächlich die Wahrnehmung von SRs weiter stabilisieren und somit ihre visuelle Verarbeitungsfähigkeit verbessern.
Marini et al. (Mittwoch) untersuchten diese Frage.