Key points are not available for this paper at this time.
Abstract Dieser Artikel überdenkt die klassen- und geschlechtsspezifische Konstruktion des Autors im römischen Mittelmeerraum, eine Konstruktion, die die verknüpften Vorstellungen von Autorschaft und Authentizität hervorbringt. Moderne wissenschaftliche Diskussionen über Autorschaft und Pseudepigraphie im römischen Mittelmeerraum basieren oft auf den unhinterfragten Annahmen, dass (a) antike Texte (einschließlich frühchristlicher Texte) die monografischen Produkte einzelner Autoren waren und (b) alle Menschen in der Antike, unabhängig von Geschlecht oder Klasse, Zugang zum Status eines „Autors“ hatten. Während Gespräche über (In)authentizität textlicher Produktion über die Werke hinausgehen, die Teil des Neuen Testaments werden, bilden diese zwei Annahmen die Grundlage für moderne Debatten über „Fälschungen“ in der neutestamentlichen Literatur. Dieser Artikel hinterfragt beide Annahmen, indem er zunächst die Rolle der unbenannten Zusammenarbeit in der römischen Literatur untersucht und anschließend antike christliche Diskurse zu (a) unrechtmäßigem Textmanipulation und (b) unangemessener Textzuschreibung analysiert. Diese beiden Diskurskategorien zeigen, wie die Kategorien Klasse und Geschlecht mit frühchristlichen Vorstellungen vom Autor verknüpft sind. Antike Diskurse über Authentizität und Autorschaft drehten sich nicht einfach darum, wer Texte produzierte, sondern darum, welche Akte der Textproduktion als „Autorschaft“ gelten.
Coogan et al. (Mon,) untersuchten diese Frage.