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Zusammenfassung Die Frage, wie Realismus und Metanarrative in der Geschichtsphilosophie miteinander verbunden sind, scheint nicht weit verbreitet diskutiert worden zu sein. Während es unterschiedliche philosophische und politische Auffassungen von ‚Realismus‘ gibt, die sich jeweils von ‚Idealismus‘ und ‚Utopismus‘ abgrenzen, hat ‚Metanarrative‘ eine eindeutige Bedeutung, die auf Jean-François Lyotards skeptischer Definition des Postmodernismus als „Unglauben gegenüber Metanarrativen“ basiert. Lyotard definierte Metanarrative als Philosophien der Geschichte, die eine legitimierende Funktion erfüllen, behauptete jedoch, dass ihre Bedeutung abnimmt. Aus diesem Blickwinkel kann Postmodernismus als eine Art philosophischen ‚Realismus‘ beschrieben werden. Doch das Auftreten von Francis Fukuyamas Thesis vom ‚Ende der Geschichte‘, die sich ausdrücklich als neohegelsche Kritik des politischen Realismus präsentierte, ließ vermuten, dass Lyotard die anhaltende Kraft des Metanarrativs unterschätzt hatte, sofern es den Interessen der amerikanischen liberal-demokratischen kapitalistischen Ordnung diente. Für Jacques Derrida verdeutlichte Fukuyamas Werk somit die Bedeutung, sich von den sogenannten ‚onto-theologischen‘ Geschichtsvisionen zu distanzieren, obwohl Derrida selbst als Autor eines Metanarrativs im Dienste der europäischen Sozialdemokratie gesehen werden könnte. Wenn dem so ist, war Derridas Ansatz zu Metanarrativen jedoch von anderer Art als die zeitgenössischen religiösen und nationalistischen Versionen. Eine Möglichkeit, die Schwierigkeit zu lösen, besteht darin, zwischen modernen ‚utopischen‘ und postmodernen ‚realistischen‘ Versionen von Metanarrativen zu unterscheiden.
Luke O’Sullivan (Fr,) untersuchte diese Frage.