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Die Entwicklung des aufstrebenden Komponisten wird häufig mit der Metapher beschrieben, seine eigene Komponistenstimme zu finden. Ein zentrales Ziel des Kompositionsunterrichts in der höheren Musikpädagogik besteht darin, die Studierenden dabei zu unterstützen, eine solche Stimme zu finden – hin zu persönlichem Ausdruck und Kreativität. Um die Lehrstrategien zu beleuchten, die mit diesem Ziel verbunden sind, haben wir die Ansichten von Kompositionslehrern zu den typischen Problemen ihrer Studierenden und deren Umgang damit analysiert. Wir führten halbstrukturierte Interviews mit Kompositionslehrern im Hochschulbereich in Deutschland und Schweden durch. Durch eine thematische Analyse identifizierten wir zwei wiederkehrende Problemsituationen. Erstens könnten die Studierenden unsicher darüber sein, was sie musikalisch erreichen wollen. Um dieses Problem anzugehen, berichteten die Lehrer, dass sie die Studierenden zur Selbstreflexion hinsichtlich ihrer ästhetischen Vorlieben oder spezifischen Kompositionsentscheidungen anregen. Zweitens könnte die Arbeit der Studierenden nicht originell genug erscheinen. Die Lehrer berichteten, dass sie dieses Problem angehen, indem sie neue Perspektiven auf die Musik der Studierenden bieten, zum Beispiel indem sie die Studierenden anregen, sich mit ihren Materialien auseinanderzusetzen, neue Erfahrungen zu sammeln oder verschiedene musikalische Parameter zu betrachten. Trotz des Ideals kreativer Freiheit behalten die Lehrer somit Autorität über den ästhetischen Lernprozess, indem sie die Einhaltung eines zweiten Ideals – des der Originalität – verlangen. Die Ergebnisse könnten die Bemühungen von pädagogischen Fachkräften stärken, die Kreativität junger Komponisten zu fördern.
Lörch et al. (Mittwoch) haben diese Frage untersucht.