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6056 Hintergrund: Hochsensitive minimal residual disease (MRD)-Assays unter Verwendung von zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) besitzen ein breites klinisches Potenzial und beeinflussen die Krebsbehandlung. Zirkulierende Human-Papillomavirus (HPV)-DNA ist als Biomarker für okkulte MRD bei Patienten (pts) mit HPV-positiven Oropharynxkarzinomen etabliert, jedoch sind die meisten Plattenepithelkarzinome im Kopf-Hals-Bereich (HNSCC) nicht viral bedingt. Trotz multimodaler Therapie erleiden fast die Hälfte der Patienten mit lokal fortgeschrittenem HPV-negativem HNSCC einen Rückfall. Da ctDNA das Potential besitzt, MRD zu identifizieren, Ergebnisse vorherzusagen und die Behandlung dieser Patienten zu steuern, führten wir eine retrospektive Kohortenstudie durch, um die Leistungsfähigkeit eines individuell angepassten, klinisch und kommerziell verfügbaren ctDNA-Tests für diese Patientengruppe zu evaluieren. Methoden: Patienten mit neu diagnostiziertem HPV-negativem HNSCC (alle mukosalen Lokalisationen), die an einem akademischen Zentrum mit prätherapeutischem ctDNA-Test (Signatera, Natera) im Rahmen der klinischen Versorgung behandelt wurden, wurden identifiziert. Signatera nutzt eine bis zu 16-plex PCR aus Tumor- und Blutproben zur Entwicklung eines personalisierten ctDNA-Assays. Ein Teil der Patienten unterzog sich im Verlauf weiteren ctDNA-Testungen. Die Studienziele waren die Analyse der Baseline-ctDNA-Detektion in Bezug auf Krankheitscharakteristika sowie die Korrelation von ctDNA-Veränderungen während und nach Therapie mit Krankheitsstatus und Überleben. Ergebnisse: Bei 92 von 115 (80%) Patienten mit HPV-negativem HNSCC konnte getestet werden (Medianalter: 66 Jahre, 69% Männer, 64% Raucher); bei 23 (20%) Patienten war aufgrund fehlenden Tumorgewebes keine ctDNA-Testung möglich. Der häufigste Subtyp war das Mundhöhlenkarzinom (43%) und Kehlkopf (22%); die meisten hatten klinisches T2-3 (54%) und N1-2 (51%) Stadium (AJCC 2017, 8. Auflage) und wurden kurativ chirurgisch (46, 40%) und/oder durch Chemoradiation (59, 51%) behandelt. Vor Therapie hatten 69/92 (75%) Patienten nachweisbare ctDNA (Spanne: 0,03–4049,69 mittlere Tumormoleküle/mL). Keine klinische Baseline-Variable sagte ctDNA-Nachweis oder -Niveau vor Therapie unabhängig voraus (multiple logistische/lineare Regressionsmodelle), jedoch variierten die ctDNA-Spiegel in univariater Analyse je nach T und N Stadium (beide p1-Test-Ergebnis (Bereich 1-7; insgesamt 170 Proben). Von 47 Patienten hatten 17 (36%) nach Therapie nachweisbare ctDNA. Das krankheitsfreie Überleben war bei Patienten mit posttherapeutisch positiver ctDNA signifikant schlechter als bei negativen (HR 4,35, 95% KI: 1,68–11,21, p<0,01); das 1-Jahres-Gesamtüberleben betrug 83,7% vs. 100% für ctDNA-positive vs. negative Patienten. Schlussfolgerungen: Tumorinforme, personalisierte ctDNA-Testung ist bei Patienten mit nicht-viral bedingtem HNSCC durchführbar. Ein positiver ctDNA-Befund als früher MRD-Indikator nach Therapie war mit einem schlechteren Überleben verbunden und identifizierte eine Hochrisikopatientengruppe. Weitere Forschung ist notwendig, um zu klären, ob ctDNA zur Therapie-Steuerung und Verbesserung der Behandlungsergebnisse bei HNSCC genutzt werden kann.
Hanna et al. (Sa,) haben diese Fragestellung untersucht.