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Es wird eine neue Interpretation von Mikhail Sholokhovs Geschichte „Familienvater“ aus der Sammlung „Lazorevaya Step“ („Don-Geschichten“) vorgeschlagen. Traditionell wurde das Bild der zentralen Figur — des Kosaken-Fährmanns Mikishara — als Darstellung eines sündhaften Helden, eines Verbrechers, eines Vatermörders interpretiert. Der Autor des Artikels betrachtet das Bild des Hauptcharakters hingegen im Lichte biblischer Motive und Parallelen. Es wird gezeigt, dass das nächtliche Bekenntnis des alten Fährmanns von Anspielungen auf heilige biblische Texte durchdrungen ist, insbesondere auf das Bild Gottes des Vaters, der seinen eigenen Sohn zum Tod gesandt hat. Das Bild des Kosakenvaters wird vom Schriftsteller in Projektion zum heiligen Bild des Vater-Geistes konstruiert, und in diesem Vergleich werden neue semantische Marker des Charakters klar offenbart. Die zeitliche Konstante des bekenntnisartigen Erzählens — Ostern — wird von Sholokhov mit Motiven wie Taube, Seele, Weide, Fluss, Fisch und anderen ergänzt. So entsteht eine unerforschte Bedeutungsebene in dem Werk, in der neue Komponenten des Motivsystems zu erscheinen beginnen: nicht Sünde und Schuld, sondern Unglück und Opferbereitschaft, Qual und Leiden, mit denen der Kosakenvater unter den Bedingungen eines schrecklichen brudermörderischen Bürgerkriegs konfrontiert war. Die Analyse zeigt, wie die poetologischen Komponenten der Geschichte (Titel, Titeländerung, Komposition „Geschichte in einer Geschichte“, Plotdynamik und narrative Pausen, symbolisierte Landschaft, Portraittechniken usw.) vom Schriftsteller auf autorielle Bewertungsbedeutungen ausgerichtet sind.
Bogdanova et al. (Sat,) untersuchten diese Frage.